Ingenieure der Eidgenössischen Technischen Hochschule haben eine bahnbrechende Roboterhand vorgestellt, die sich von ihrem Arm lösen und selbstständig herumkriechen kann, um mehrere Objekte zu manipulieren. Diese Entwicklung, die in Nature Communications ausführlich beschrieben wird, stellt die konventionelle Robotik in Frage, indem sie der Effizienz Vorrang vor der Biomimikry einräumt – die Hand ist so konzipiert, dass sie die menschlichen Fähigkeiten übersteigt, anstatt sie einfach nachzubilden.
Jenseits biologischer Einschränkungen
Die Roboterhand, die einer beunruhigenden Kreatur aus einem Videospiel ähnelt, ist vollständig symmetrisch und kann daher Objekte auf beiden Seiten gleichzeitig greifen. Dies steht im Gegensatz zu den Einschränkungen der menschlichen Hand, die durch ihre asymmetrische Form und den einzigen gegenüberstellbaren Daumen eingeschränkt ist. Forscher argumentieren, dass der „langsame Prozess“ der Evolution nicht alle potenziellen Gestaltungsmöglichkeiten erforscht, und diese Hand beweist es.
Das Gerät kann bis zu drei Objekte mit einem Gesamtgewicht von fünf Pfund heben und 33 verschiedene menschliche Greifbewegungen mit größerer Flexibilität nachbilden. In Videodemonstrationen ist zu sehen, wie sich die Hand löst, eine Banane aufhebt und sie mit einem Finger auf den Rücken wirft, während sie andere Gegenstände festhält.
Inspiriert von Kraken und Insekten
Das Design ist von Tieren wie Kraken inspiriert, die dafür bekannt sind, Objekte gleichzeitig zu manipulieren, und von bestimmten Insekten, die ihre Gliedmaßen sowohl zur Fortbewegung als auch zum Greifen nutzen. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom aktuellen Trend in der Robotik, wo Unternehmen wie Figure und Tesla stark in humanoide Roboter investieren, die menschliche Hände nachahmen, um menschliche Aufgaben auszuführen. Der Crawler des Schweizer Teams priorisiert die Rohfunktionalität vor der Replikation.
Mit zusätzlichen Fingern die Rendite verringern
Interessanterweise stellten die Forscher fest, dass das Hinzufügen von mehr als fünf Fingern zu geringeren Erträgen führte. Jeder zusätzliche Finger erhöht die Masse und das Kollisionsrisiko, was die Gesamteffizienz verringert. Das optimale Design, das sie durch algorithmische Analyse ermittelten, gleicht Greif- und Crawling-Fähigkeiten aus.
Zukünftige Auswirkungen
Obwohl unklar ist, ob sich dieses Design durchsetzen wird, könnte die Raupe industrielle Aufgaben revolutionieren. Stellen Sie sich einen humanoiden Roboter vor, der Fabrikarbeit verrichtet und dann die abnehmbare Hand einsetzt, um entfernte oder überfüllte Räume zu erreichen. Die Technologie könnte auch in der Spezialrobotik Anwendung finden, wo Effizienz Vorrang vor Biomimikry hat.
„Evolution ist ein langsamer Prozess … Sie erforscht nicht alles, was möglich sein könnte.“ — Eidgenössische Technische Hochschule
Diese Roboterhand zeigt, dass die Zukunft der Robotik möglicherweise nicht in der perfekten Nachahmung der menschlichen Anatomie liegt, sondern darin, die Grenzen des mechanisch Möglichen zu erweitern.

















