Warum 2026 eine relativ ruhige Hurrikansaison im Atlantik werden könnte

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Meteorologen prognostizieren eine mögliche Atempause für das Atlantikbecken im Jahr 2026. Laut der neuesten Jahresprognose des Tropical Meteorology Project der Colorado State University (CSU) wird die kommende Hurrikansaison voraussichtlich eine unterdurchschnittliche Aktivität aufweisen und eine dringend benötigte Pause von den verheerenden Stürmen einlegen, die die letzten Jahre geprägt haben.

Die Rolle von El Niño und Windscherung

Der Hauptgrund für diese vorhergesagte Flaute ist eine Verschiebung im El Niño-Southern Oscillation (ENSO) -Zyklus. Derzeit geht das Klima von einem schwachen La-Niña-Muster in eine robustere El-Niño-Phase über.

Dieser Übergang ist von entscheidender Bedeutung, da er die atmosphärische Physik beeinflusst:
El Niño bringt typischerweise wärmeres Oberflächenwasser und schwächere Passatwinde in den Pazifik.
– Noch wichtiger für den Atlantik ist, dass ein starker El Niño die vertikale Windscherung erhöht.

Unter Windscherung versteht man die Änderung der Windgeschwindigkeit und -richtung in verschiedenen Höhenlagen der Atmosphäre. Wenn die Scherung hoch ist, wirkt sie im Wesentlichen wie ein mechanischer Störer, der entstehende tropische Wirbelstürme „zerreißt“, bevor sie sich zu starken Hurrikanen formieren können.

Prognostizierte Zahlen auf einen Blick

Obwohl erwartet wird, dass die Saison ruhiger verläuft als in der Vergangenheit üblich, rechnen Meteorologen dennoch mit einer stetigen Aktivität. Der CSU-Bericht schlüsselt die Prognosen wie folgt auf:

  • Benannte Stürme: 13
  • Hurrikane (Kategorie 1 oder 2): 6
  • Schwere Hurrikane (Kategorie 3 oder höher): 2

Landfallwahrscheinlichkeiten

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwerer Hurrikan auf Land trifft, ist deutlich geringer als die langfristigen historischen Durchschnittswerte (berechnet von 1880–2020):

Region Prognostizierte Wahrscheinlichkeit für 2026 Historischer Durchschnitt
UNS. Ostküste 32 % 43 %
Karibik 35 % 47 %

Eine notwendige Vorsicht: Prognosen sind keine Garantien

Trotz der ermutigenden Daten fordern Experten die Bewohner gefährdeter Küstengebiete auf, nicht nachzulassen. Eine „ruhige“ Jahreszeit ist ein statistischer Durchschnitt und kein Sicherheitsversprechen.

„Die Küstenbewohner werden daran erinnert, dass es nur einen einzigen Hurrikan braucht, der Land trifft, um für sie eine aktive Saison zu machen“, warnten die CSU-Forscher.

Die Unvorhersehbarkeit des Wetters bedeutet, dass selbst in einem Jahr mit geringer Aktivität ein einzelner, gut platzierter Sturm katastrophale Schäden anrichten kann. Bereitschaft bleibt eine ständige Anforderung und kein saisonaler Luxus.

Checkliste für die grundlegende Vorbereitung

Da die Hurrikansaison offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November dauert, empfehlen Notfallmanagementbeamte, ein Grundniveau der Bereitschaft aufrechtzuerhalten:

  1. Vorräte: Sorgen Sie für ausreichende Vorräte an Wasser und haltbaren Lebensmitteln.
  2. Ausrüstung: Halten Sie Taschenlampen, Wetterradios und Powerbanks voll aufgeladen.
  3. Dokumentation: Bewahren Sie wichtige persönliche und rechtliche Dokumente an einem sicheren, wasserdichten Ort auf.
  4. Informationen: Bleiben Sie auf dem Laufenden über Updates der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und befolgen Sie sofort alle örtlichen Evakuierungsanweisungen.

Schlussfolgerung
Während die Verlagerung in Richtung El Niño auf eine deutlich ruhigere Atlantik-Hurrikansaison 2026 hindeutet, beseitigt die statistische Verringerung des Risikos die Gefahr nicht. Wachsamkeit und proaktive Notfallplanung bleiben für alle Küstengemeinden von entscheidender Bedeutung.