Während die meisten US-Bundesstaaten bereits vor Jahrzehnten auf Selbstbedienungstanken umgestiegen sind, um Kosten zu sparen, bleibt New Jersey ein bemerkenswerter Ausreißer. Zusammen mit Oregon – das kürzlich seine Beschränkungen im Jahr 2023 gelockert hat – hält New Jersey an einer strengen gesetzlichen Anforderung fest, dass nur geschultes Personal für Kunden Benzin pumpen darf.
Diese Politik ist nicht nur eine Frage der Tradition; Es basiert auf einer Kombination aus historischen Sicherheitsgesetzen, Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit und Risikomanagement.
Die Geschichte des Verbots
Der Wandel hin zur Selbstbedienung begann in den 1970er Jahren ernsthaft. Nach der Energiekrise von 1973 sahen sich die Tankstellen mit steigenden Betriebskosten konfrontiert und suchten nach Möglichkeiten, durch Personalabbau und Senkung der Gemeinkosten wettbewerbsfähig zu bleiben. Indem den Kunden ermöglicht wird, ihren eigenen Kraftstoff zu pumpen, könnten die Tankstellen diese Einsparungen an die Verbraucher weitergeben.
New Jersey entschied sich jedoch für einen anderen Weg. Mit dem Retail Benzin Dispensing Safety Act von 1949 des Staates wurde ein Rahmen geschaffen, in dem geschulte Fachkräfte mit dem Kraftstoff umgehen. Laut Thomas Wright vom New Jersey Department of Labour and Workforce Development wird dadurch sichergestellt, dass das Personal darin geschult wird, unsichere Bedingungen zu erkennen, Notabschaltungen zu betätigen und sicherzustellen, dass nur zugelassene Behälter für den Kraftstofftransfer verwendet werden.
Die Wissenschaft der Sicherheit: Gesundheits- und Brandrisiken
Das Selbstbedienungsverbot wird durch zwei Hauptbedenken gestützt: chemische Belastung und physische Brandgefahr.
1. Chemische Exposition und Neurotoxizität
Wenn Benzin abgegeben wird, werden flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in die Luft freigesetzt. Dazu gehören:
– Benzol: Eine farblose, süß riechende und leicht entzündliche Chemikalie.
– Toluol, Ethylbenzol und Xylol: Verbindungen zur Verbesserung der Kraftstoffstabilität und Motorleistung.
Der Kontakt mit diesen Stoffen in großen Dosen kann gefährlich sein. Sie gelten als neurotoxisch, was bedeutet, dass starkes Einatmen zu Kopfschmerzen, Müdigkeit oder schwerwiegenderen medizinischen Komplikationen führen kann. Während moderne Technologie – wie die Gummidichtungen, die in Bundesstaaten wie Kalifornien an Düsen verwendet werden – dazu beiträgt, diese Dämpfe zu mildern, bietet das Gesetz von New Jersey einen zusätzlichen Schutz für gefährdete Bevölkerungsgruppen wie schwangere Frauen und Senioren, indem es sie von der unmittelbaren Nähe der Pumpe fernhält.
2. Brandgefahren mindern
Tankstellen sind von Natur aus Hochrisikoumgebungen. Die Anwesenheit ungeschulter Kunden bringt mehrere Variablen mit sich, die zu Unfällen führen können:
– Zündquellen: Es ist für eine Station viel einfacher, Regeln gegen Rauchen, Dampfen oder das Laufenlassen von Motoren durchzusetzen, wenn ein professioneller Betreuer den Prozess leitet.
– Statische Elektrizität: Eine plötzliche Entladung statischer Elektrizität – manchmal über 1.500 Volt – kann einen Brand auslösen.
Während Statistiken zeigen, dass die meisten Brände an Tankstellen durch mechanische oder elektrische Fehlfunktionen und nicht durch menschliches Versagen beim Tanken verursacht werden, verringert die Anwesenheit eines geschulten Tankwarts den „menschlichen Faktor“ des Risikos erheblich.
Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen
Über die Sicherheit hinaus hat das Gesetz erhebliche Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Ab 2025 unterstützt das Mandat von New Jersey etwa 10.000 Arbeiter in der Kategorie Auto- und Wasserfahrzeug-Servicemitarbeiter an mehr als 1.900 Stationen.
Der Staat betrachtet dies nicht nur als Sicherheitsmaßnahme, sondern als Treiber für Arbeitsplatzschaffung und Rechenschaftspflicht. Durch die Aufrechterhaltung eines Full-Service-Modells gibt der Staat einer kontrollierten Umgebung Vorrang vor dem kostensparenden Komfort der Selbstbedienung.
„Das Gesetz, mit dessen Durchsetzung wir beauftragt sind, priorisiert Sicherheit, Rechenschaftspflicht und die Schaffung von Arbeitsplätzen.“ — Thomas Wright, NJ Arbeitsministerium
Zusammenfassung
Das Verbot von Selbstbedienungsbenzin in New Jersey ist ein Erbe der Sicherheitsgesetze aus der Mitte des Jahrhunderts, die die Bürger vor der Belastung durch giftige Chemikalien und versehentlicher Entzündung schützen sollten. Während im Rest des Landes Schnelligkeit und niedrigere Kosten im Vordergrund stehen, verfolgt New Jersey ein Modell, bei dem Komfort gegen professionelle Aufsicht und Beschäftigungsmöglichkeiten eingetauscht wird.
