Herzgesundheitsexperten fordern im Gegensatz zu neuen Regierungsrichtlinien eine pflanzliche Ernährung

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Die American Heart Association (AHA) hat ihren langjährigen Ernährungsratschlag bekräftigt: Priorisieren Sie pflanzliche Proteinquellen gegenüber Fleisch und mäßigen Sie den Alkoholkonsum für eine optimale Herz-Kreislauf-Gesundheit. Diese Leitlinien stehen in direktem Gegensatz zu den jüngsten Überarbeitungen der US-Ernährungspyramide, die vom Gesundheits- und Sozialminister Robert F. Kennedy Jr. befürwortet wurden und sich für einen erhöhten Verzehr von rotem Fleisch und Vollmilch einsetzen.

Die Wissenschaft hinter der Empfehlung

Jahrzehntelange Forschung bringt eine Ernährung mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren – häufig in rotem Fleisch und vollfetten Milchprodukten – mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und damit verbundene gesundheitliche Komplikationen in Verbindung. Die neuesten Empfehlungen der AHA, veröffentlicht in Circulation, betonen neun Schlüsselfaktoren zur Reduzierung des kardiovaskulären Risikos. Dazu gehören die Anpassung der Kalorienaufnahme an das Aktivitätsniveau, der Verzehr von reichlich Obst und Gemüse, die Wahl von Vollkorn gegenüber raffinierten Kohlenhydraten und die Bevorzugung ungesättigter Fette gegenüber gesättigten Fetten.

Die Kernbotschaft ist einfach: Die Umstellung auf pflanzliche Proteine, Meeresfrüchte und fettarme Milchprodukte kann die Herzgesundheit erheblich verbessern. Auch der Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel, die Begrenzung des Zuckerzusatzes, die Reduzierung des Salzkonsums und die Mäßigung des Alkoholkonsums sind von entscheidender Bedeutung.

Eine scharfe Kluft in der Ernährungsberatung

Die Richtlinien der AHA spiegeln weitgehend ihre Empfehlungen aus dem Jahr 2021 wider, wobei Aktualisierungen verstärkte wissenschaftliche Erkenntnisse widerspiegeln. Allerdings stellt die von Kennedy Jr.s Abteilung vorgeschlagene überarbeitete Ernährungspyramide eine bemerkenswerte Abweichung von etablierten Ernährungsempfehlungen dar. Die neue Pyramide deutet auf einen höheren Proteingehalt, mehr Fleisch, mehr Vollmilchprodukte und eine erhöhte Aufnahme gesättigter Fette wie Butter und Rindertalg hin.

„Der Fokus auf Protein [in der neuen Ernährungspyramide] ist ein Euphemismus für Fleisch und rotes Fleisch“, sagt Marion Nestle, Professorin für Lebensmittel- und Ernährungsstudien an der New York University. „Die AHA möchte, dass die Menschen verstehen, dass pflanzliche Proteinquellen gesünder sind.“

Kooperationsbemühungen trotz Meinungsverschiedenheit

Trotz der unterschiedlichen Ansätze erkennt HHS-Sprecher Andrew Nixon die Übereinstimmung bei den Grundprinzipien an: „Essen Sie echte Lebensmittel, vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel und beschränken Sie raffiniertes Getreide und zugesetzten Zucker.“ Die Abteilung bringt ihre Bereitschaft zum Ausdruck, mit der AHA zusammenzuarbeiten, um diese Grundsätze zu fördern und die wachsende Epidemie ernährungsbedingter chronischer Krankheiten anzugehen.

Der anhaltende Schwerpunkt der AHA auf ungesättigten Fetten – aus Nüssen, Samen und Avocados – distanziert sich weiter von Kennedy Jr.s Werbung für Rindertalg als gesunde Fettquelle, eine Behauptung, die von den meisten Ernährungsexperten widerlegt wird.

Im Wesentlichen verdeutlicht die Debatte einen grundlegenden Konflikt zwischen etabliertem wissenschaftlichem Konsens und neuen Empfehlungen der Regierung hinsichtlich optimaler Ernährungspraktiken. Die Position der AHA bleibt fest in der evidenzbasierten Ernährung verankert und plädiert für einen pflanzenorientierten Ansatz für eine langfristige Herzgesundheit.