Der Wettlauf um die Dauer: China und die USA wetteifern um eine Mondbasis

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Beim erneuten weltweiten Vorstoß zur Rückkehr zum Mond geht es nicht nur um Flaggen und Fußabdrücke; Es geht darum, eine dauerhafte Präsenz mit Besatzung aufzubauen. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch China haben ehrgeizige Pläne für eine Mondbasis, aber ihre Ansätze weichen erheblich voneinander ab, was die Frage aufwirft, wer zuerst den Mond erreichen wird – und was das für die Kontrolle der Ressourcen und Operationen auf dem Mond bedeutet.

Chinas kalkulierter Ansatz

Die China Manned Space Agency (CMSA) strebt eine bemannte Landung bis 2030 an und nutzt dabei ihre Mengzhou-Kapsel und den Lanyue-Lander, die mit Raketen vom Typ „Langer Marsch 10“ gestartet wurden. Ihre Strategie spiegelt die frühen Apollo-Missionen der NASA wider: eine relativ sichere Landung in der Nähe des Mondäquators. Dieser vorsichtige Ansatz gibt der Machbarkeit Vorrang vor dem Risiko und gewährleistet so eine stabile Grundlage für eine spätere Expansion.

Chinas Vision geht über eine einzige Landung hinaus. Die gemeinsam mit dem russischen Unternehmen Roscosmos entwickelte Internationale Mondforschungsstation (ILRS) wird in zwei Phasen entstehen. Erstens werden unbemannte Missionen wie Chang’e 7 den Shackleton-Krater am Südpol nach Wassereis und anderen Ressourcen untersuchen. Dann wird Chang’e 8 im Jahr 2029 Techniken zum Basisbau testen, einschließlich des 3D-Drucks von Strukturen aus Mondboden. Das langfristige Ziel ist die In-situ-Ressourcennutzung – die Erzeugung von Wasser, Treibstoff und Baumaterialien direkt auf dem Mond.

Das mutige Wagnis der NASA

Die NASA strebt eine Landung im Jahr 2028 an und setzt dabei die Orion-Kapsel auf dem Space Launch System und kommerzielle Lander (SpaceXs Starship oder Blue Origins Blue Moon) ein. Im Gegensatz zu Chinas konservativem Plan beabsichtigt die NASA, in der Nähe des Mondsüdpols zu landen, einer anspruchsvolleren, aber ressourcenreicheren Region.

Das Artemis Base Camp ist als von den USA geführtes Projekt mit internationalen und kommerziellen Beiträgen konzipiert. Der NASA-Administrator Jared Isaacman beschrieb die frühen Phasen offen als „futuristischen Schrottplatz“, bevor er sich zu einer weiter entwickelten Infrastruktur entwickelte. Der Schlüssel dazu ist die geplante Installation eines Spaltreaktors bis 2030, obwohl es noch wenige Details gibt.

Ein gesetzgeberischer Vorstoß für Dauerhaftigkeit

Der Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das die NASA dazu verpflichtet, eine permanente Mondbasis einzurichten. Senator Ted Cruz erklärte ausdrücklich das Ziel: „Dort anzukommen, bevor China es tut.“ Diese Richtlinie verwandelt einen langfristigen Wunsch in ein konkretes politisches Ziel und signalisiert ein entschiedenes Engagement für die Mondkolonisierung.

Was „permanent“ wirklich bedeutet

Der Aufbau einer nachhaltigen Präsenz auf dem Mond unterscheidet sich vom Unterhalt einer Station in einer erdnahen Umlaufbahn (wie der ISS). Eine Mondbasis erfordert eine robuste Lande- und Startrampe, kontinuierliche logistische Unterstützung und die Fähigkeit, lokale Ressourcen abzubauen und zu nutzen. Lebensräume müssen vor Strahlung und Mikrometeoroiden geschützt werden, wahrscheinlich durch Vergraben unter Mondboden.

Rechtsexperten wie Michelle Hanlon betonen, dass es bei „Permanenz“ nicht um eine einzelne Struktur geht, sondern um ein Netzwerk von Systemen – Energie, Landeplätze, Ressourcenverarbeitung und Wohnen. Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet die nationale Aneignung, erlaubt aber „Sicherheitszonen“ zum Schutz von Operationen. Die eigentliche Herausforderung wird darin bestehen, Zusammenarbeit und möglichen Ausschluss in Einklang zu bringen, insbesondere angesichts der begrenzten Anzahl möglicher Landeplätze am Südpol.

Die geopolitischen Risiken

Beim Wettlauf um die Errichtung einer dauerhaften Mondbasis geht es im Wesentlichen um Kontrolle. Die Fähigkeit, Ressourcen zu fördern, Forschung zu betreiben und eine langfristige Präsenz aufrechtzuerhalten, wird die Zukunft der Weltraumforschung verändern. Die erfolgreichen Nationen werden erheblichen Einfluss auf die Mondentwicklung und möglicherweise darüber hinaus haben.

Letztendlich ist der Bau einer Mondbasis nicht nur eine wissenschaftliche oder technologische Leistung. Es ist eine politische Angelegenheit. Das kommende Jahrzehnt wird darüber entscheiden, welches Land – die Vereinigten Staaten oder China – beim nächsten großen Sprung der Menschheit die Führung übernehmen wird.