Forscher haben zwei Bakterienarten identifiziert, die möglicherweise eine Schlüsselrolle bei chronischer Verstopfung spielen und möglicherweise den Weg für gezieltere Behandlungen ebnen. Die in Gut Microbes veröffentlichte Studie zeigt, wie diese Bakterien die natürliche Schmierung des Dickdarms stören und zu einer Verlangsamung der Verdauung führen.
Die Rolle von Darmbakterien beim Stuhlgang
Eine gesunde Verdauung ist auf ein ausgewogenes Darmmikrobiom angewiesen. Bakterien helfen dabei, Nahrung abzubauen, Nährstoffe aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass Abfallstoffe reibungslos durch den Darm transportiert werden. Allerdings können bestimmte Bakterienkombinationen dieses empfindliche System aus dem Gleichgewicht bringen. Die Studie konzentrierte sich auf Bacteroides thetaiotaomicron und Akkermansia muciniphila, die zusammenarbeiten, um Mucin – die schützende, schmierende Schicht im Dickdarm – abzubauen.
„Diese Studie identifiziert einen spezifischen Mechanismus, durch den Darmbakterien Verstopfung verursachen können. Aktuelle Behandlungen scheitern oft, weil sie die zugrunde liegende Ursache nicht bekämpfen“, erklärt Dr. Tomonari Hamaguchi, Hauptautor von der Universität Nagoya.
Wie die Studie den Zusammenhang aufdeckte
Forscher genetisch verändert B. Thetaiotaomicron, um den Abbau von Mucin zu verhindern. Anschließend transplantierten sie sowohl dieses veränderte Bakterium als auch A. muciniphila in Mäuse. Die Ergebnisse waren verblüffend : Die Mäuse mit den veränderten Bakterien behielten intaktes Dickdarmschleim und einen regelmäßigen Stuhlgang. Dies bestätigt, dass die kombinierte Wirkung dieser beiden Bakterien entscheidend für die Störung einer gesunden Verdauung ist.
Warum das wichtig ist
Verstopfung ist ein äußerst häufiges Problem und führt allein in den USA zu 2,5 Millionen Arztbesuchen pro Jahr. Chronische Verstopfung betrifft bis zu 20 % der Menschen in Nordamerika, wobei Frauen und ältere Menschen häufiger davon betroffen sind. Die derzeitigen Behandlungen sind oft vorübergehender Natur, da sie die Grundursache nicht beheben.
Diese neue Forschung legt nahe, dass die Manipulation des Gleichgewichts dieser Bakterien zu wirksameren, langfristigen Lösungen führen könnte. Obwohl noch nicht klar ist, wie weit verbreitet diese Bakterien in der menschlichen Bevölkerung sind, ist das Verständnis ihrer Rolle ein entscheidender Schritt hin zu einer besseren Verdauungsgesundheit.
Die Ergebnisse eröffnen die Möglichkeit personalisierter Therapien, die den Mucinspiegel wiederherstellen und Menschen dabei helfen, chronische Verstopfung zu überwinden, ohne auf vorübergehende Lösungen angewiesen zu sein.
