Die olympischen Bob- und Skeleton-Teams der USA haben sich mit Honda zusammengetan, um dessen fortschrittliche Windkanaltechnologie zu nutzen und in einem Sport, in dem der Sieg von Hundertstelsekunden abhängen kann, geringfügige Fortschritte zu erzielen. Die aus einem informellen Vorschlag entstandene Zusammenarbeit sah vor, dass Sportler und Ingenieure gemeinsam daran arbeiteten, die Aerodynamik auf bisher unerforschte Weise zu verfeinern. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit; Es geht darum, hochpräzise Technik auf einen Sport anzuwenden, der in der Vergangenheit auf pure Athletik und Instinkt angewiesen war.
Das Streben nach geringfügigen Gewinnen unter extremen Bedingungen
Bobfahren ist brutal: Schlitten erreichen Geschwindigkeiten von über 150 km/h, Athleten halten Belastungen von bis zu 5 g stand. Der Sport wird wegen seiner hohen Einsätze und technischen Anforderungen oft als „Formel 1 auf Eis“ bezeichnet. Jeder Vorteil zählt. Der 124 Millionen US-Dollar teure Windkanal von Honda, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 310 km/h simulieren kann, bot die ideale Umgebung, um die Physik des Bobfahrens zu untersuchen.
Bei der Partnerschaft ging es nicht nur um pure Geschwindigkeit. Die Honda-Ingenieure stellten zunächst eine einfache Frage: „Wie können wir Ihnen helfen, Gold zu gewinnen?“ Die Antwort ergab sich aus strengen Tests, die Annahmen über die optimale Positionierung von Sportlern in Frage stellten.
Mythen entlarven und Leistung optimieren
Jahrelang herrschte die gängige Meinung vor, dass Bobfahrer während einer Fahrt eine perfekte Ausrichtung beibehalten müssen. Die Tests von Honda ergaben, dass dies nicht unbedingt der Fall war. Subtile Positionsveränderungen – etwa das Neigen der Helme oder das leichte Versetzen von Sportlern – hatten messbare Auswirkungen, wenn auch einige minimal.
Der bedeutendste Befund? Die Position des Kopfes eines Sportlers spielte eine entscheidende Rolle. Schon eine geringfügige Neigung des Kopfes nach oben oder unten wirkte sich stärker auf den Luftwiderstand aus als geringfügige Körperanpassungen. Diese Erkenntnis ist von entscheidender Bedeutung, da Sportler, die extremen G-Kräften ausgesetzt sind, nicht dauerhaft ihre perfekte Form beibehalten können. Die von Honda bereitgestellte Dokumentation ermöglicht es ihnen, nach Möglichkeit eine optimale Positionierung anzustreben.
„Da gab es den Gedanken, dass man alle Athleten ständig in perfekter Ausrichtung haben müsste … Was wir gelernt haben, war, dass es sich zwar um einen sehr leichten aerodynamischen Nachteil handelt, aber nicht so schlimm ist, wie irgendjemand dachte.“ – Mike Unger, Windkanalleiter für Honda America
Innovation als Nebeneffekt
Bei dem Projekt geht es nicht nur ums Bobfahren. Honda-Ingenieure betrachten es als ein leidenschaftliches Projekt, das sie dazu bringt, anders zu denken. Das Team, das den nächsten Honda Pilot oder Acura MDX entwickelt, setzt sein Fachwissen auch auf die Verbesserung von Fahrzeugen mit Schwerkraftantrieb ein. Dieses „Nebenprojekt“ fördert Innovationen, indem es Ingenieure dazu zwingt, ihre Fähigkeiten auf unkonventionelle Weise anzuwenden.
Honda bekennt sich zu dieser Partnerschaft bis zu den Olympischen Winterspielen 2030. Das Team arbeitet bereits an neuen Schlittendesigns, weitere aerodynamische Tests sind geplant. Das Ziel sind nicht nur geringfügige Gewinne; Es ist eine nachhaltige, wissenschaftlich fundierte Verbesserung in einem Sport, in dem Millisekunden zwischen Champions und Mitläufern liegen.
Die Erfahrung des US-amerikanischen Bobteams zeigt, wie unerwartete Kooperationen Leistungsvorteile ermöglichen können. Die Partnerschaft mit Honda beweist, dass datengesteuerte Wissenschaft selbst in einem traditionsreichen Sport das Streben nach Geschwindigkeit neu gestalten kann.

















