Slang entwickelt sich schneller als die meisten Sprachen, was es bekanntermaßen schwierig macht, ihn zu verfolgen. Was gestern angesagt war, könnte morgen veraltet sein. Seit Jahrzehnten kämpfen Wissenschaftler und Gelegenheitsbeobachter gleichermaßen darum, mit der sich ständig verändernden Landschaft der informellen Rede Schritt zu halten. Jetzt ist die umfassendste Aufzeichnung des englischen Slangs, die jemals zusammengestellt wurde, online frei verfügbar.
Die Ursprünge eines monumentalen Projekts
Im Jahr 1993 begann der Lexikograph Jonathon Green mit einer Herkulesaufgabe: der Zusammenstellung von 500 Jahren englischer Umgangssprache. Er durchforstete unzählige Primärquellen, um Green’s Dictionary of Slang (GDoS) zu erstellen, ein dreibändiges Nachschlagewerk mit über 10,3 Millionen Wörtern in 53.000 Einträgen. Die erstmals 2010 veröffentlichte gedruckte Version war schnell veraltet und Originalexemplare werden mittlerweile für über 1.300 US-Dollar verkauft.
Vom Druck zum Volk
Green ließ sein Werk nicht zu einem unzugänglichen Relikt werden. Er hat das gesamte Projekt online gestellt und es jedem zugänglich gemacht, der über eine Internetverbindung verfügt. Das GDoS Online ist nicht nur eine digitale Nachbildung des Originals; es hat sich seitdem erheblich erweitert. Die Website verfügt mittlerweile über mehr als 60.000 zusätzliche Zitate, 2.500 neue Einträge und leistungsstarke Suchfunktionen. Ein Abonnement schaltet noch detailliertere Zitate und erweiterte Suchfunktionen frei.
Eine lebendige Ressource
Green selbst beschrieb das Projekt als „kontinuierliche Weiterentwicklung“. Wie er 2016 schrieb: „Die Sprache hat kein Ende, ebenso wenig wie die Forschung.“ GDoS Online wird ständig aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Flüchtigkeit des Slangs in Echtzeit erfasst wird.
Für alle, die sich für die Geschichte der Sprache, kulturelle Veränderungen oder einfach nur dafür interessieren, was Menschen wirklich meinen, wenn sie sprechen, ist Green’s Dictionary eine unschätzbar wertvolle Ressource. Es ist ein Beweis für die Macht der Dokumentation und eine Erinnerung daran, dass Sprache immer in Bewegung ist.
