Tonkin-Stupsnasenaffenpopulation stabilisiert sich: Ein seltener Erhaltungserfolg

6

Der vom Aussterben bedrohte Tonkin-Stupsnasenaffe (Rhinopithecus avunculus ) – ein Primat, der für sein auffällig blaues Gesicht und die geschwollenen Lippen bekannt ist – zeigt Anzeichen einer Populationsstabilität in einem wichtigen Schutzgebiet im Norden Vietnams. Dies ist ein bedeutender, wenn auch fragiler Sieg im anhaltenden Kampf gegen das Aussterben der Primaten.

Die gefährdeten Arten

Der Tonkin-Stupsnasenaffe gehört zu den am stärksten gefährdeten Primaten der Welt. Die gesamte verbleibende Population ist auf nur zwei Hauptlebensräume verteilt: den Quan Ba-Wald und das Khau Ca Species and Habitat Conservation Area. Mit einer geschätzten globalen Population von rund 250 Individuen bleibt die Art äußerst gefährdet. Das begrenzte Verbreitungsgebiet und die geringe Anzahl der Affen machen sie außerordentlich anfällig für Lebensraumverlust, Wilderei und Krankheiten.

Aktuelle Erkenntnisse: Stabilität in Khau Ca

Eine kürzlich durchgeführte Volkszählung von Fauna & Flora, einer Wohltätigkeitsorganisation für den Naturschutz, bestätigte, dass die etwa 160 Tonkin-Stupsnasenaffen, die im Naturschutzgebiet Khau Ca leben, stabil sind. Bei der 19-tägigen Untersuchung, die außerhalb der Brutzeit durchgeführt wurde, wurde auch die Anwesenheit von jungen Affen erfasst, was auf eine fortlaufende Fortpflanzung innerhalb der Population schließen lässt.

Bei der Untersuchung kam eine Kombination aus modernen und traditionellen Methoden zum Einsatz – Ferngläser, Wärmebilddrohnen, Kamerafallen und ein neuartiger gitterbasierter Kartierungsansatz. Diese Strategie verbesserte die Effizienz, indem spezielle Teams bestimmten Untersuchungsbereichen zugewiesen wurden, Überschneidungen vermieden wurden und genauere Zählungen gewährleistet wurden.

Es bleiben weiterhin Herausforderungen: Verlust von Lebensräumen und Engagement in der Gemeinschaft

Während die Wilderei dank der Schutzbemühungen zurückgegangen ist, bleibt der Verlust des Lebensraums die größte Bedrohung für die Art. Die Ausweitung der Landwirtschaft treibt die Abholzung der Wälder weiter voran und schrumpft das ohnehin begrenzte Verbreitungsgebiet der Affen. Fauna & Flora arbeitet mit den vietnamesischen Behörden zusammen, um den Schutz von Schutzgebieten zu stärken und Waldkorridore wiederherzustellen – wichtig, damit sich die Affen zwischen fragmentierten Lebensräumen bewegen können.

Auch das Engagement der Gemeinschaft ist von entscheidender Bedeutung. Tran Van On, ein Mitglied des örtlichen Community Conservation Teams, stellt fest, dass das Bewusstsein erheblich gestiegen ist. Die Einheimischen sind sich nun stärker des Schutzes der Arten und des gesamten Waldökosystems bewusst. Das Projekt hat alternative Einkommensquellen für lokale Haushalte geschaffen und so die Abhängigkeit von der Ausbeutung der Waldressourcen verringert.

„Diese Zahlen sind immer noch nicht groß. Aber es ist beruhigend, dass wir verschiedene Familiengruppen in Khau Ca identifizieren konnten und dass es keine Hinweise auf Fang oder Jagd gibt“, sagt Canh Xuan Chu, der Tonkin-Stupsnasenaffen-Projektmanager bei Fauna & Flora.

Trotz der ermutigenden Stabilität bleibt die Zukunft des Tonkin-Stupsnasenaffen prekär. Die Bevölkerung ist immer noch gefährlich klein. Kontinuierliche, koordinierte Schutzbemühungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass dieser einzigartige und charismatische Primat überlebt.

Попередня статтяDarmbakterien im Zusammenhang mit Verstopfung: Ein neues Verständnis der Verdauungsgesundheit
Наступна статтяErholung des Waldstorchs: Nach vier Jahrzehnten von der Liste der gefährdeten Arten entfernt