Die Debatte über öffentliches Land in den Vereinigten Staaten ist mit Vorschlägen zur Versteigerung von Millionen Hektar Land wieder aufgeflammt, angeblich um die Immobilienkrise zu mildern und die Staatsverschuldung zu senken. Auch wenn dieser Schritt – der zuletzt von den Republikanern im Senat versucht wurde – als pragmatische Lösung dargestellt wird, ist er nachweislich sowohl ökonomisch als auch ökologisch fehlerhaft. Der Verkauf von Bundesland wird keinen bezahlbaren Wohnraum schaffen; Stattdessen werden öffentliche Vermögenswerte auf private Interessen übertragen, wodurch lebenswichtige Ökosysteme geschwächt werden, die einen Wert in Milliardenhöhe erhalten.
Die Illusion der Steuererleichterung
Der jüngste Vorstoß erfolgte im vergangenen Juni, als Senator Mike Lee aus Utah vorschlug, eine Bestimmung in Präsident Trumps „One Big Beautiful Bill“ aufzunehmen, die die Versteigerung von Millionen Hektar Land in westlichen Bundesstaaten vorsah. Auch wenn die Initiative letztendlich aus der endgültigen Gesetzgebung gestrichen wurde, unterstreicht sie einen wiederkehrenden Trend: Versuche, öffentliche Landschutzmaßnahmen aus kurzfristigen Gewinngründen aufzuheben. Die Trump-Regierung selbst hat Schritte unternommen, um den Schutz auf über 175 Millionen Hektar Land zu schwächen. Diese Maßnahmen verdeutlichen den systemischen Druck, den privaten Profit über den öffentlichen Nutzen zu stellen.
Datengesteuerte Realität: Ungeeignetheit für Wohnraum
Eine Analyse der vorgeschlagenen Grundstücksverkäufe zeigt, dass die überwiegende Mehrheit für die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum ungeeignet ist. Über 90 Prozent der Zielgebiete sind entweder zu abgelegen oder zu risikoreich für einen sinnvollen Wohnungsbau. Erstaunliche 81 Prozent der Flächen mit geringem Brandrisiko liegen in Alaska, während die übrigen Parzellen nur wenige Stunden von städtischen Zentren entfernt sind. Dies bedeutet, dass jede Entwicklung für die arbeitenden Familien, die am meisten bezahlbaren Wohnraum benötigen, unzugänglich wäre.
Die ökologischen Kosten: Wertverlust in Milliardenhöhe
Über die logistischen Probleme hinaus ist die Privatisierung öffentlicher Grundstücke mit einem verheerenden ökologischen Preis verbunden. Die zum Verkauf vorgesehenen Grundstücke erbringen jährlich geschätzte 507,4 Milliarden US-Dollar an Ökosystemleistungen, darunter Bestäubung (236,2 Milliarden US-Dollar), Wasserregulierung (31,4 Milliarden US-Dollar) und Luftreinigung (29,5 Milliarden US-Dollar). Diese Vorteile sind nicht nur wirtschaftlicher Natur; Sie sind für das Überleben des Menschen unerlässlich. Die Zerstörung dieser Ökosysteme würde die Ernährungssicherheit, die Wasserqualität und die öffentliche Gesundheit beeinträchtigen.
Historischer Kontext: Die Beifuß-Rebellion und darüber hinaus
Der aktuelle Vorstoß zur Privatisierung öffentlicher Grundstücke ist nicht neu. Die Sagebrush-Rebellion der 1970er Jahre, unterstützt von Viehzüchtern und der Rohstoffindustrie, strebte eine ähnliche Kontrolle über Bundesland an. Heute drängen Gruppen wie das Projekt 2025 der Heritage Foundation auf eine aggressive Deregulierung mit dem Ziel, den Umweltschutz einzuschränken und den Ressourcenabbau zu beschleunigen. Dazu gehört die Schwächung der 30 × 30-Initiative, die Streichung von Naturschutzfonds und die Abschaffung des Antiquitätengesetzes.
Die wahren Nutznießer: Unternehmen und Reiche
Die Rechtfertigung für den Verkauf öffentlicher Grundstücke – zur Lösung der Wohnungskrise – ist ein falscher Vorwand. Den vorgeschlagenen Bestimmungen fehlen Anforderungen an die Erschwinglichkeit und sie bieten keine Garantie dafür, dass das Land zum öffentlichen Nutzen genutzt wird. Stattdessen würde es wahrscheinlich Unternehmen und Spekulanten auf Kosten arbeitender Familien bereichern. Die mit solchen Verkäufen verbundenen Steuersenkungen würden den Ultrareichen unverhältnismäßig zugute kommen und die Ungleichheit weiter verschärfen.
Fazit
Die Privatisierung öffentlicher Grundstücke ist keine Lösung für die Wohnungskrise; Es handelt sich um eine Vermögensübertragung von öffentlichen auf private Interessen. Die vorgeschlagenen Grundstücke sind ökologisch wertvoll, logistisch für bezahlbaren Wohnraum ungeeignet und würden letztlich die wirtschaftliche Ungleichheit verschärfen. Die eigentliche Absicht hinter diesen Ausverkäufen ist der Profit, nicht der öffentliche Dienst. Der Schutz dieser Gebiete ist nicht nur eine Umweltfrage; Es geht um soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.

















