Ankit Bharat, ein Thoraxchirurg am Northwestern Memorial Hospital, erzählt von einem Fall aus dem Jahr 2023, bei dem ein 33-jähriger Grippepatient aufgrund einer schweren Pseudomonas -Infektion am Rande des Todes stand. Der Zustand des Mannes verschlechterte sich rapide, die Nieren versagten, das Herz funktionierte kaum noch und die Lungen füllten sich mit Flüssigkeit und Eiter. Nach seinem Herzstillstand standen die Ärzte vor einer entscheidenden Herausforderung: Der Patient benötigte eine Doppellungentransplantation, war aber zu krank für den Eingriff.
Standard-Lebenserhaltung, die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO), erfordert eine funktionierende Lunge, um effektiv arbeiten zu können. Ohne sie kann das System das Blut nicht richtig mit Sauerstoff versorgen. Bharat und sein Team entwickelten eine experimentelle Lösung – ein „künstliches Lungensystem“, das die geschädigten Organe des Patienten umgehen soll. Dieses System fungierte im Wesentlichen als Brücke und pumpte Blut von der rechten Seite des Herzens, um es mit Sauerstoff anzureichern und an den Rest des Körpers abzugeben.
Die wichtigste Innovation war ein geschlossenes Kreislaufsystem: Das Blut wurde durch die künstlichen Lungen transportiert und dann zur rechten Seite des Herzens zurückgeführt, wodurch der natürliche Kreislauf nachgeahmt wurde. Dies verhinderte einen „Verkehrsstau“, wie Bharat es nannte, und sorgte für einen kontinuierlichen Blutfluss. Das System versorgte den Patienten zwei volle Tage lang und ermöglichte seinem Körper, mit der Heilung von der Infektion zu beginnen.
„Es war fast wie ein Fluch oder etwas, das gerade aufgehoben wurde“, sagte Bharat. „Und plötzlich begann alles zu heilen.“
Innerhalb weniger Stunden nach der Stabilisierung erhielt der Patient ein Lungentransplantationsangebot. Nach wochenlanger Genesung wurde er schwach, aber lebendig entlassen. Mehr als zwei Jahre später geht es ihm weiterhin gut.
Während ähnliche Konzepte bereits zuvor untersucht wurden, bietet Bharats Methode laut Matthew Hartwig, Professor an der Duke University, einen „neuen Ansatz“ für ein seit langem bestehendes Problem in der Intensivpflege. Sein Team hat seine Methoden öffentlich in Med veröffentlicht, damit andere Krankenhäuser das System nachahmen können. Dies stellt ein potenziell lebensrettendes Instrument für Patienten dar, die für herkömmliche Behandlungen zu krank sind.
Das ultimative Ziel besteht darin, den Zugang zu dieser Technologie zu erweitern und so weitere Erfolgsgeschichten wie diese zu ermöglichen. Schon die Rettung eines weiteren Lebens wäre ein bedeutender Sieg.

















