Stanford Health Care leistet Pionierarbeit bei der Integration künstlicher Intelligenz (KI), um Verwaltungsaufgaben zu rationalisieren und es Ärzten zu ermöglichen, mehr Zeit und Aufmerksamkeit der direkten Patientenversorgung zu widmen. Das Ziel: die Reibung zwischen Ärzten und Patienten zu beseitigen, die durch übermäßigen Papierkram und Dokumentation entsteht. Bei diesem Wandel geht es nicht darum, Ärzte zu ersetzen; Es geht darum, sie von Lasten zu befreien, die von der Kernaufgabe der Medizin ablenken.
Die Last der Dokumentation
Seit Jahrzehnten kämpfen Mediziner mit den wachsenden Anforderungen an elektronische Gesundheitsakten (EHRs). Obwohl diese Systeme für rechtliche, Compliance- und Abrechnungszwecke von entscheidender Bedeutung sind, erfordern diese Systeme von Ärzten häufig einen erheblichen Zeitaufwand für die Zusammenfassung von Notizen, die Navigation in komplexen Datenbanken und die Erfüllung administrativer Anforderungen. Die Folge sind weniger persönliche Gespräche mit den Patienten und ein erhöhtes Burnout-Risiko. Laut Christopher Sharp, Chief Medical Information Officer am Stanford University Medical Center, liegt die Lösung in der Nutzung von KI, um diese langwierigen Prozesse zu automatisieren.
KI-gestützte Werkzeuge in Aktion
Stanford setzt mehrere KI-gesteuerte Tools ein, um dieses Problem anzugehen. Eine wichtige Anwendung ist die automatisierte Zusammenfassung von Patientenakten, mit der Informationen aus verschiedenen Abteilungen – Kardiologie, Urologie, Neurologie – sofort in einer übersichtlichen Übersicht zusammengefasst werden können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer manuellen Diagrammüberprüfung, eine in der Vergangenheit zeitaufwändige Aufgabe.
Ein weiteres Tool, ChatEHR, bietet Ärzten eine Konversationsschnittstelle zur Abfrage von Patientendaten. Anstatt sich durch Akten zu wühlen, können Ärzte einfach Fragen stellen und erhalten Antworten, komplett mit Zitaten zur Überprüfung. Dies ist besonders nützlich, um Patienten zu identifizieren, die für bestimmte Behandlungspfade in Frage kommen, wie z. B. die Triage auf Einheiten mit geringerer Versorgungsintensität, was jetzt in Minuten statt in Stunden erledigt werden kann.
Ambient AI Scribes: Ein Game Changer
Die vielleicht wirkungsvollste Implementierung sind Umgebungs-KI-Schreiber. Diese Systeme hören Arzt-Patienten-Gesprächen zu und erstellen medizinische Zusammenfassungen in Echtzeit. Die Technologie filtert irrelevante Details (wie persönliche Anekdoten) heraus, um sich ausschließlich auf klinisch bedeutsame Informationen zu konzentrieren. Die Akzeptanz verlief schnell, und Ärzte berichteten von einer geringeren kognitiven Belastung und einem verbesserten Wohlbefinden. Die KI steigert zwar nicht unbedingt die Effizienz im Hinblick auf die insgesamt aufgewendete Zeit, reduziert aber die mentale Belastung der manuellen Dokumentation.
Von KI erstellte Patientenantworten
Der Anstieg der Patientennachrichten während der COVID-19-Pandemie führte zu einem neuen administrativen Engpass. Stanford setzte KI ein, um erste Antworten zu entwerfen, die Ärzte dann überprüfen und personalisieren. Das erspart Ihnen zwar nicht die Arbeit, aber es verringert den Aufwand, von Grund auf einfühlsame und genaue Antworten zu verfassen. Die KI nutzt auch Patientenaktendaten als Kontext, manchmal tauchen Informationen auf, die Ärzte möglicherweise übersehen haben.
Die Zukunft: Patientenorientierte KI
Mit Blick auf die Zukunft wird die Integration von KI wahrscheinlich über die Tools von Ärzten hinausgehen. Stanford erforscht Möglichkeiten, diese Technologien den Patienten direkt zugänglich zu machen, sodass sie Fragen stellen und Antworten erhalten können, ohne durch komplexe Portale navigieren zu müssen. Das langfristige Ziel besteht darin, die Behandlungsergebnisse für die Patienten zu verbessern, indem die Unterschiede in der Versorgung verringert werden. Studien deuten darauf hin, dass die Tageszeit, zu der ein Patient gesehen wird, einen Einfluss auf die Qualität der Pflege haben kann; KI kann dabei helfen, diese Erfahrung zu standardisieren.
„Die Maschine macht das, was die Maschine richtig gut kann, und ich mache das, was ein Mensch gut kann.“ – Christopher Sharp
Letztendlich spiegelt Stanfords Ansatz einen breiteren Trend wider: die Erkenntnis, dass es bei KI nicht darum geht, die menschliche Interaktion im Gesundheitswesen zu ersetzen, sondern sie zu erweitern. Ziel ist es, Ärzte von Verwaltungslasten zu entlasten, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: eine einfühlsame und effektive Patientenversorgung.

















