Das James Webb-Weltraumteleskop (JWST) und sein Vorgänger, das Hubble-Weltraumteleskop (HST), haben beide Bilder des Sternhaufens Westerlund 2 aufgenommen und bieten damit einen eindrucksvollen Vergleich der Beobachtungsleistung über ein Jahrzehnt hinweg. Im Jahr 2015 präsentierte Hubble eine lebendige Ansicht dieses Nebels, der 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Doch im Januar 2023 übertraf Webb diese Klarheit und Ende 2025 veröffentlichte die Europäische Weltraumorganisation ein neues, noch detaillierteres Bild.
Technologiesprung: Webb vs. Hubble
Die fortschrittlichen Instrumente des JWST – die Near-InfraRed Camera (NIRCam) und das Mid-InfraRed Instrument (MIRI) – offenbaren bisher ungesehene Details. Während Hubbles Bilder deutlich die hellsten Sterne in Westerlund 2 zeigten, enthüllten Webbs Beobachtungen Hunderte weiterer, dunklerer Sterne im Hintergrund. Die ESA stellte ein Schieberegler-Tool zur Verfügung, um einen direkten Vergleich zwischen den beiden Bildern zu ermöglichen und so diesen technologischen Fortschritt hervorzuheben.
Ein herausragender Kindergarten in Aktion
Westerlund 2 hat einen Durchmesser zwischen 6 und 13 Lichtjahren und enthält einige der heißesten und massereichsten Sterne der Galaxie. Die jungen Sternobjekte des Nebels senden starke Strahlung aus und interagieren mit den umgebenden Gaswolken. Webbs Bild zeigt ein dynamisches Zusammenspiel von rotem, orangefarbenem, blauem und rosa Gas und stellt eine hochaktive Sternentstehungsstätte dar.
Beyond Visuals: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Dabei geht es nicht nur um Ästhetik; Die JWST-Daten umfassen auch die Population brauner Zwerge im Nebel – Objekte, die nur zehnmal so groß sind wie die Masse des Jupiters. Astronomen können nun untersuchen, wie diese Objekte entstehen und wie Planeten in dichten Sternhaufen entstehen. Diese Forschung liefert Einblicke in die frühen Stadien der Sternen- und Planetenentstehung, die zuvor durch Hubbles Einschränkungen verdeckt wurden.
Die Fähigkeit des JWST, dichte Gaswolken zu durchdringen und verborgene Sterne aufzudecken, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der astronomischen Beobachtung. Es ermöglicht Wissenschaftlern, Sternumgebungen mit beispielloser Präzision zu untersuchen und so die Grenzen unseres Verständnisses des Universums zu erweitern.
Der Vergleich zwischen Hubbles und Webbs Beobachtungen von Westerlund 2 unterstreicht den schnellen Fortschritt in der Weltraumteleskoptechnologie. Dieser Sprung in der Beobachtungsleistung wird unser Verständnis der Sternentwicklung und der galaktischen Strukturen in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

















