Der Great Salt Lake verbirgt möglicherweise ein riesiges Süßwasserreservoir unter seiner salzigen Oberfläche

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Der Große Salzsee, der größte Salzwassersee der westlichen Hemisphäre, könnte tief unter seinem Grund ein überraschend großes Süßwasserreservoir verbergen. Jüngste Forschungsergebnisse deuten auf die Existenz von gesättigtem Grundgestein oder Sediment bis zu einer Tiefe von drei bis vier Kilometern unter dem Seeboden hin. Diese Entdeckung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wasserspiegel des Sees auf historische Tiefststände gesunken ist und mysteriöse, mit Schilf bedeckte Hügel zum Vorschein kommen, die nun Anzeichen für aufsteigende Süßwasserfahnen zu sein scheinen.

Wie die Entdeckung gemacht wurde

Forscher um Michael Zhdanov von der University of Utah nutzten einen mit elektromagnetischen Sensoren ausgestatteten Hubschrauber in Kombination mit magnetischen Messungen, um die Untergrundstruktur des Sees zu kartieren. Mit dieser Methode konnten sie eine Süßwasserfahne unter einem der beprobten Hügel lokalisieren. Laut Schdanow ist die Bestimmung der Tiefe und räumlichen Ausdehnung entscheidend für die Berechnung des potenziellen Süßwasservolumens.

Warum das wichtig ist

Die Existenz eines bedeutenden Süßwasserreservoirs unterhalb des Großen Salzsees ist keineswegs nur eine wissenschaftliche Kuriosität. Der rasche Rückgang des Sees führt bereits dazu, dass giftige Staubstürme das nahegelegene Salt Lake City heimsuchen. Der Seegrund enthält hohe Konzentrationen an Arsen, einem tödlichen Gift, das Krebs, Atemwegserkrankungen und Herzerkrankungen auslöst, wenn es als Staub eingeatmet wird.

Die Entdeckung könnte eines Tages dazu beitragen, das Problem des aus dem austrocknenden Seegrund austretenden giftigen Staubs zu mildern.

Das Süßwasserreservoir könnte, wenn es in größerem Maßstab bestätigt wird, möglicherweise eine Ressource zur Stabilisierung des Sees oder sogar zur Minderung der Gesundheitsrisiken darstellen, die durch seine schrumpfende Größe entstehen.

Was kommt als nächstes?

Die aktuelle Studie ist vorläufig und konzentriert sich nur auf einen kleinen Abschnitt des Großen Salzsees. Das Team betont die Notwendigkeit vollständiger Seeuntersuchungen, um das wahre Ausmaß etwaiger unterirdischer Süßwasserreserven zu bestimmen.

„Deshalb müssen wir den gesamten Großen Salzsee vermessen. Dann kennen wir die Oberseite und die Unterseite.“ – Michael Schdanow

Bis dahin sind die genaue Größe und Nutzbarkeit dieser potenziellen Süßwasserquelle unbekannt. Die ersten Ergebnisse verdeutlichen jedoch eine entscheidende Chance, die ökologischen und gesundheitlichen Krisen am Großen Salzsee zu verstehen und möglicherweise anzugehen.

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