Vergessen Sie die antibakterielle Seife: Warum einfache Seife besser für Ihre Gesundheit und den Planeten ist

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Der jährliche Ansturm der Erkältungs- und Grippesaison bringt einen Anstieg des Händewaschens, Desinfizierens und Impfens mit sich. Doch inmitten dieser Flut an vorbeugenden Maßnahmen sticht eine gängige Praxis heraus, die nicht nur unwirksam, sondern potenziell schädlich ist: die Verwendung antibakterieller Handseife. Entgegen Marketingversprechen bieten antibakterielle Seifen keinen überlegenen Schutz vor Krankheiten und bergen erhebliche Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Wie Seife funktioniert: Die Wissenschaft hinter sauberen Händen

Beim Händewaschen geht es nicht darum, Keime abzutöten, sondern sie zu „entfernen“. Normale Seife, ob flüssig, gelförmig oder in Stückform, kombiniert Fette, alkalische Substanzen (z. B. Lauge) und Wasser, um Mikroben von der Haut zu lösen und sie so abzuwaschen. Antibakteriellen Seifen werden Biozide – Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid oder Chlorxylenol – zugesetzt, um Mikroben abzutöten. Allerdings wirken diese Chemikalien nicht diskriminierend; Sie beseitigen sowohl nützliche als auch schädliche Bakterien.

Rebecca Fuoco, Direktorin für Wissenschaftskommunikation am Green Science Policy Institute, erklärt: „Man muss die Bakterien nicht abtöten, man muss sie nur entfernen.“ Das wahllose Abtöten von Bakterien kann das natürliche Mikrobiom der Haut stören, ihre Schutzfunktionen schwächen und Sie anfälliger für Infektionen machen.

Die versteckten Gefahren antibakterieller Chemikalien

Das Problem geht über die individuelle Gesundheit hinaus. Der übermäßige Gebrauch antibakterieller Seifen trägt zu größeren Umwelt- und Gesundheitskrisen bei:

  • Gestörtes Mikrobiom: Antibakterielle Wirkstoffe töten hilfreiche Hautbakterien ab, die einen gesunden pH-Wert aufrechterhalten und Krankheitserreger bekämpfen.
  • Antimikrobielle Resistenz: Der weit verbreitete Einsatz von Bioziden beschleunigt die Entwicklung antibiotikaresistenter Superbakterien und macht wichtige Medikamente unwirksam.
  • Abwasserverschmutzung: QACs (quaternäre Ammoniumverbindungen), die in antibakteriellen Seifen enthalten sind, werden in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut und verunreinigen Flüsse, Grundwasser und sogar Trinkwasser. Studien haben QACs im Trinkwasser des Staates New York entdeckt.
  • Bioakkumulation: Die QAC-Werte im menschlichen Blut sind während der COVID-19-Pandemie um 77 % gestiegen, was auf eine erhebliche Bioakkumulation durch Hautkontakt, Inhalation und Einnahme hinweist.
  • Umweltschäden: QACs können aquatische Ökosysteme stören und sich im Boden anreichern, was langfristige Risiken für die Umwelt darstellt.

Von Abwasseranlagen zur menschlichen Gesundheit: Ein systemisches Problem

Die Folgen eines übermäßigen Einsatzes antibakterieller Mittel sind kaskadierend. In San Luis Obispo, Kalifornien, wäre eine Abwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2020 aufgrund der Überlastung von QACs durch College-Studenten, die antibakterielle Produkte verwenden, beinahe stillgelegt worden. Dies verdeutlicht, wie Verbrauchergewohnheiten kritische Infrastrukturen stören können.

Studien zeigen auch Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber antibakteriellen Produkten und gesundheitlichen Problemen wie Asthma, COPD, Hautläsionen, verminderter Fruchtbarkeit und sogar Krebs in Tiermodellen. Aufgrund dieser Risiken rät die American Academy of Pediatrics von der Verwendung in der Nähe von Kindern ab.

Fazit: Einfache Seife funktioniert einwandfrei

Unabhängige Studien bestätigen, was die FDA anerkennt: Antibakterielle Handseife beugt Krankheiten nicht wirksamer vor als einfache Seife und Wasser. Der Schlüssel liegt in der richtigen Händewaschtechnik – gründliches Schrubben für mindestens 20 Sekunden – und nicht in der Zugabe unnötiger Chemikalien.

Um sich selbst und die Umwelt zu schützen, vermeiden Sie Produkte, die als „antibakteriell“ gekennzeichnet sind oder Inhaltsstoffe wie Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid oder Chlorxylenol enthalten. Verwenden Sie zum Reinigen von Händen und Oberflächen klare Seife und Wasser. Wenn eine Desinfektion erforderlich ist (z. B. nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten), sollten Sie Alternativen wie verdünnte Bleichmittel, Wasserstoffperoxid oder Desinfektionsmittel auf Zitronensäurebasis mit Vorsicht in Betracht ziehen.

Durch den Verzicht auf antibakterielle Produkte treffen Sie nicht nur eine gesündere Wahl; Sie tragen zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Zukunft bei.

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