Das vergessene Genie: Katharine Burr Blodgett und der Schatten von Irving Langmuir

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Katharine Burr Blodgett war eine Chemiepionierin, die bahnbrechende Entdeckungen in der Materialwissenschaft machte, doch ihre Beiträge wurden weitgehend von ihrem Kollegen Irving Langmuir überschattet. Dies ist die Geschichte einer brillanten Wissenschaftlerin, die jahrzehntelang im Schatten eines Nobelpreisträgers arbeitete. Ihre Arbeit war grundlegend, wurde aber oft nicht erwähnt.

Ein Wunderkind, geschmiedet mit Ehrgeiz

Katharine Blodgett wurde 1898 als Tochter einer alleinerziehenden Mutter geboren, die Bildung über alles andere stellte. Sie wuchs mit einem ungewöhnlichen Maß an intellektueller Freiheit auf. Ihre Mutter, eine Witwe namens Katharine Buchanan Burr Blodgett, sorgte dafür, dass ihre Kinder – Katharine und ihr Bruder George – eine strenge Ausbildung erhielten, einschließlich der Beherrschung mehrerer Sprachen. Diese Erziehung war nicht nur akademisch; es war strategisch. Die Mutter erkannte, dass die Wissenschaft eine internationale Perspektive erforderte, um sicherzustellen, dass ihre Tochter auf eine Welt vorbereitet war, in der Deutsch die Verkehrssprache der Forschung war. Bereits im Alter von vier Jahren schrieb Katharine und zeigte dabei eine Frühreife, die darauf hindeutete, dass sie ein wissenschaftlicher Geist werden würde.

Von Gasmasken bis Nanotechnologie

Blodgetts frühe Karriere führte sie über Bryn Mawr und Cambridge, wo sie als eine der ersten Frauen einen Doktortitel in Physik erlangte. Während des Ersten Weltkriegs wandte sie ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten zur Verbesserung von Gasmasken an – eine düstere Notwendigkeit, die ihre spätere Arbeit mit Schutzbeschichtungen vorwegnahm. Ihre wahre Blüte erlebte sie jedoch bei General Electric (GE), als sie bereits im Alter von 20 Jahren in das industrielle Forschungslabor eintrat.

Dort baute sie auf Langmuirs früherer Forschung auf und entwickelte eine Methode zur Herstellung ultradünner Filme – Molekülschichten mit einer Dicke von nur einem Zehntausendstel Zoll. Diese „Langmuir-Blodgett-Filme“ (obwohl sie in erster Linie Blodgetts Erfindung waren) revolutionierten die Materialwissenschaft und legten den Grundstein für Nanotechnologie und moderne Beschichtungen, die in allen Bereichen von Brillen bis hin zu Elektronik eingesetzt werden.

Von der Geschichte gelöscht

Trotz ihrer Durchbrüche blieb Blodgett weitgehend unerkannt. Langmuir erhielt 1932 den Nobelpreis für verwandte Entdeckungen, doch der Film, der beide Namen trägt, wird größtenteils ihm zugeschrieben. Historiker und Zeitgenossen bemerken den starken Kontrast: Langmuir war der prominente Wissenschaftler, während Blodgett ein ruhiger, engagierter Forscher war, der in seinem Schatten arbeitete. Dieses Ungleichgewicht war kein Zufall; Archivbeweise deuten darauf hin, dass viele von Blodgetts ursprünglichen Labornotizbüchern verloren gegangen oder zerstört wurden, was den vollen Umfang ihrer Beiträge verschleiert.

Die verlorenen Notizbücher und die Suche nach Anerkennung

Heute rekonstruieren Forscher wie Peggy Schott Blodgetts Geschichte aus Fragmenten in Bibliotheksbeständen und persönlicher Korrespondenz. Schott ging sogar so weit, Blodgett auf einer wissenschaftlichen Konferenz zu verkörpern und damit die Stimme zurückzugewinnen, die die Geschichte zum Schweigen gebracht hatte. Die fehlenden Labornotizbücher stellen nach wie vor eine entscheidende Lücke im Verständnis von Blodgetts kreativem Prozess dar, aber es ist klar, dass ihre Arbeit grundlegend war.

Die Ironie ist denjenigen nicht entgangen, die ihr Leben studieren. Blodgetts Beschichtungen sind überall – in nicht reflektierendem Glas, Schutzfolien und unzähligen anderen Anwendungen. Ihr Vermächtnis ist unsichtbar und doch allgegenwärtig, ein Beweis für die Brillanz, die fast vergessen war.

Die Geschichte von Katharine Burr Blodgett ist eine deutliche Erinnerung daran, dass wissenschaftlicher Fortschritt oft auf der unerkannten Arbeit derjenigen beruht, die hinter den Kulissen arbeiten. Ihr Engagement, ihr Einfallsreichtum und die bewusste Löschung ihrer Beiträge erfordern Anerkennung.

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