{"id":7434,"date":"2026-02-24T10:21:00","date_gmt":"2026-02-24T08:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schooler.org.ua\/uk-uapoet-ta-ii-nova-forma-spivrobitnitstva-v-moma-ru-rupoet-i-ii\/"},"modified":"2026-02-24T10:21:00","modified_gmt":"2026-02-24T08:21:00","slug":"uk-uapoet-ta-ii-nova-forma-spivrobitnitstva-v-moma-ru-rupoet-i-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schooler.org.ua\/de\/uk-uapoet-ta-ii-nova-forma-spivrobitnitstva-v-moma-ru-rupoet-i-ii\/","title":{"rendered":"Dichter und KI: Eine neue Form der Zusammenarbeit im MoMA"},"content":{"rendered":"<p>Die Schnittstelle zwischen Poesie und k\u00fcnstlicher Intelligenz erscheint paradox \u2013 das eine zutiefst menschlich, das andere scheinbar mechanisch. Dennoch argumentiert die Dichterin Sasha Stiles, dass sie denselben grundlegenden Antrieb darstellen: die Speicherung und \u00dcbertragung lebenswichtiger Informationen. Sie betrachtet Poesie als eine \u201ealte Technologie\u201c des Versma\u00dfes und des Reims und betrachtet KI nicht als Ersatz, sondern als deren nat\u00fcrliche Weiterentwicklung. <\/p>\n<h3>Die Wurzeln einer Idee<\/h3>\n<p>Stiles\u2018 Erforschung der KI begann nicht mit dem Programmieren, sondern mit einem lebenslangen Eintauchen in Wissenschaft und Literatur. Sie wuchs bei Dokumentarfilmern auf, die mit Carl Sagan zusammenarbeiteten, und wuchs umgeben von wissenschaftlichen Untersuchungen auf. Dieser Hintergrund pr\u00e4gte ihre Perspektive, als das Internet aufkam und dessen tiefgreifenden Einfluss auf Denken und Ausdruck erkannte. Im Jahr 2019 ging sie \u00fcber die Beobachtung von KI hinaus und begann aktiv mit ihr zusammenzuarbeiten, um das kreative Potenzial von Sprachmodellen zu verstehen. <\/p>\n<h3>Fr\u00fche Experimente und unerwartete Ergebnisse<\/h3>\n<p>Zu ihren ersten Experimenten geh\u00f6rte die Einspeisung ihrer eigenen Gedichte in GPT-2, einen Vorl\u00e4ufer moderner KI-Chatbots. Das Ziel bestand nicht darin, ausgefeilte Arbeiten zu schaffen, sondern die rohen, unvorhersehbaren Ergebnisse des Modells zu untersuchen. Sich wiederholende Zeilen wie \u201eSind Sie bereit f\u00fcr die Zukunft?\u201c offenbarte ein Spektrum an Ergebnissen: von sch\u00f6nen und erhabenen Versen bis hin zu schockierend frauenfeindlichen oder expliziten Inhalten. Dies zeigte das ungefilterte, oft verst\u00f6rende Potenzial der fr\u00fchen KI-Sprachgenerierung. <\/p>\n<h3>Von generischen Modellen zu personalisierten Systemen<\/h3>\n<p>Dann machte Stiles den n\u00e4chsten Schritt: Sie verfeinerte GPT-2 anhand von 200 Seiten ihrer eigenen Gedichte. Dadurch entstand ein System, das mit ihrem Stil, ihrer Umgangssprache und ihren thematischen Anliegen bestens vertraut ist. Das Ergebnis war ein Werkzeug, das ihren kreativen Prozess erweitern und Verse hervorbringen konnte, die sich sowohl neuartig als auch zutiefst pers\u00f6nlich anf\u00fchlten. <\/p>\n<h3>Ein lebendiges Gedicht im MoMA<\/h3>\n<p>Dieses Experiment gipfelte in \u201eA Living Poem\u201c, einem sich in Echtzeit entwickelnden Kunstwerk, das jetzt im Museum of Modern Art (MoMA) ausgestellt ist. Das St\u00fcck ist keine statische Komposition, sondern eine dynamische Umgebung, in der Code, Datens\u00e4tze und menschlicher Einfluss zusammenlaufen. Stiles beschreibt es als einen Raum, in dem Sprache \u201e\u00fcber sich selbst nachdenken\u201c kann und in einer Endlosschleife Verse, Bilder und Stimmen erzeugt. <\/p>\n<h3>Poesie als Technologie<\/h3>\n<p>Stiles betrachtet die Poesie selbst als eine grundlegende Technologie. Vor dem Schreiben von Alphabeten entwickelten die Menschen Metrum, Rhythmus und Reim, um sich wichtige Informationen zu merken und \u00fcber Generationen hinweg weiterzugeben. Sie argumentiert, dass dieses alte System der Datenspeicherung einen grundlegenden Impuls mit der modernen KI teilt: die F\u00e4higkeit, Wissen zu kodieren, zu bewahren und zu verbreiten. <\/p>\n<h3>Die Zukunft der Zusammenarbeit<\/h3>\n<p>Diese Perspektive definiert KI nicht als Bedrohung f\u00fcr die menschliche Kreativit\u00e4t, sondern als Fortsetzung einer langj\u00e4hrigen Tradition. So wie Poesie \u00fcber Jahrtausende Bewusstsein und Selbsterkenntnis erm\u00f6glichte, k\u00f6nnte KI neue Denkgebiete erschlie\u00dfen. Indem wir die gemeinsamen Urspr\u00fcnge dieser Werkzeuge erkennen, k\u00f6nnen wir ihr Potenzial nutzen, um unser Verst\u00e4ndnis von uns selbst und der Welt um uns herum zu erweitern. <\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201ePoesie ist eine unserer \u00e4ltesten und best\u00e4ndigsten Technologien \u2013 ein sehr urspr\u00fcngliches Datenspeichersystem.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen Dichter und KI, wie sie in Stiles\u2018 Werk zum Ausdruck kommt, signalisiert einen Wandel in unserem Verst\u00e4ndnis von Kreativit\u00e4t und Technologie. Es legt nahe, dass die Zukunft des Ausdrucks nicht in der Trennung liegt, sondern in einer symbiotischen Beziehung zwischen menschlicher Intuition und maschineller Intelligenz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schnittstelle zwischen Poesie und k\u00fcnstlicher Intelligenz erscheint paradox \u2013 das eine zutiefst menschlich, das andere scheinbar mechanisch. 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