Die Wälder in der Nähe von Świnoujście im Norden Polens sind für ihre wilden Himbeeren bekannt. Sie sind normalerweise nicht für ihre Geschichte bekannt. Aber ein Wanderer hat kürzlich bewiesen, dass diese Wälder mehr als nur Früchte bergen.
Bei einem einfachen Ausflug zum Beerenpflücken entlang der nördlichen polnisch-deutschen Grenze stieß der Besucher auf Metallfragmente, die zwischen den Bäumen versteckt waren. Lokalhistoriker und Museumsmitarbeiter sagen, dass es sich hierbei nicht nur um Schrott handelt. Es handelt sich wahrscheinlich um Überreste eines alliierten Flugzeugs, das im Zweiten Weltkrieg abgestürzt ist.
Warum dieser Fund wichtig ist
Wiktor Czeszewski arbeitet im polnischen Küstenverteidigungsmuseum. Er inspizierte die Stätte nach dem ersten Fund. Seine Schlussfolgerung war unmittelbar.
„Die allererste Inspektion ergab, dass es sich hierbei nicht um gewöhnlichen Schrott handelte“, sagte Czeszewski gegenüber TVP World. „Die Art der Blechnieten, Spuren der Flugzeugstruktur und sogar verbrauchte Munition deuten darauf hin, dass es sich um Fragmente eines Flugzeugs handelt.“
Sein Team eilte zum Einsatzort. Sie fanden mehr Trümmer, als der Wanderer alleine hätte bewältigen können. Sie fanden auch Kugeln. Die Munition entsprach den Typen, die in britischen Flugzeugmaschinengewehren aus der Kriegszeit verwendet wurden.
Ein bestimmtes Artefakt veränderte die Konversation. Auf einem Röhrchen war eine Identifikationsnummer angebracht. Laut Czeszewski könnte es sich um einen Rolls-Royce-Merlin-Motor handeln. Der Merlin trieb die Spitfire an. Es trieb den Hurricane an. Es trieb den Lancaster-Bomber an. Dieser flüssigkeitsgekühlte V12-Kolbenmotor wurde in den 1930er Jahren im Vereinigten Königreich entwickelt und war das Herzstück der alliierten Luftstreitkräfte.
Die Geschichte hinter dem Absturz
Świnoujście hatte damals einen anderen Namen: Swinemünde. Die Stadt lag während des Konflikts im besetzten Deutschland. Es war eine Kampfzone. In den letzten Kriegsmonaten bombardierten die alliierten Streitkräfte schwer industrielle Ziele in der Region. Die Verluste waren hoch. Flugzeuge stürzten ab.
Historiker gehen davon aus, dass bei diesem konkreten Absturz ein Flugzeug in der Nähe von Swinemünde abgeschossen wurde, das von Flugabwehrbatterien an der Küste abgeschossen wurde. Der Zustand des Metalls deutet auf ein gewaltsames Ende hin, wahrscheinlich im Wasser oder in einem Küstenwald während einer Verteidigungsaktion.
Was passiert als nächstes?
Es ist noch nichts bestätigt. Die Identifikationsnummern müssen überprüft werden. Die Verbindung zu einer bestimmten Merlin-Engine erfordert eine technische Analyse. Die Überreste des Piloten könnten noch immer in der Nähe begraben sein.
Museumsbeamte fordern die örtlichen Behörden auf, das Gebiet zu schützen. Sie wollen, dass es als offizielle Absturzstelle behandelt wird. Das bedeutet, mit dem gelegentlichen Graben aufzuhören. Es bedeutet, Experten hinzuzuziehen, die wissen, wie man Kriegsschauplätze ausgräbt, ohne Beweise zu vernichten.
„Wir haben noch viele Fragen“, sagt Museumsmitarbeiter Milan Litwinowicz. „Wir haben wahrscheinlich noch weitere Überraschungen vor uns.“
Die Beeren waren dieses Jahr gut. Aber die Geschichte, die sie verheimlichten, könnte größer sein. Weitere Fragmente warten. Wir müssen nur vorsichtig sein, wie wir sie herausholen.

















