Papa Langbeine fressen Frösche. Und es ist irgendwie brutal.

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Normalerweise stellen wir sie uns als harmlos vor. Gangly. Schwach. Vielleicht etwas ekelhaft, wenn man zu stark blinzelt, aber definitiv keine Gefahr für etwas Größeres als ein Staubkorn. Wir nennen sie Papa-Langbeine. Oder Weberknechte. Spinnentiere, die durch Ihren Garten wandern und an Pilzen, Blättern und, wenn sie Glück haben, vielleicht auch an einem verirrten toten Insekt knabbern. Allesfresser. Aasfresser. Langsam.

Vergiss das.

Eine neue Studie in Ökologie und Evolution stellt das Drehbuch auf den Kopf. Diese Kreaturen sind Raubtiere. Echte Raubtiere. Von Wirbeltieren. Speziell. Frösche.

Luís Fernando García, ein Spinnenforscher an der Universität der Republik, gibt zu, dass sie fassungslos waren. „In der Literatur heißt es, dass sie schwach sind“, stellt er fest. Die alten Lehrbücher stimmen zu. Langsam, ungeschickt, vegetarisch-angrenzend.

Der erste Riss in der Rüstung trat bereits 2008 auf. Osvaldo Villarreal, Garcías Co-Autor und in Venezuela ansässiger Arachnologe, sah etwas Unmögliches. In einem venezolanischen Nationalpark hatte ein Weberknecht einen Regenfrosch festgehalten. Nicht nur einen Toten gefunden. Habe es angepinnt. Die Aufnahmen zeigten ein kleines Spinnentier, das mit einer kämpfenden Amphibie kämpfte. Villarreal nennt es einen „echten Wow-Moment“. Es war nicht subtil. Es war schockierend.

Dann kam Brasilien. Etwa ein Jahrzehnt später sah ein anderes Team dasselbe. Ein Erntemann. Ein Frosch. Mittagszeit.

Zwischen 2020 und 2020 schlossen sich Forscher aus Ecuador und Kolumbien der Partei an. Sie fanden mehrere Arten von Weberknechten, die sich an Fröschen erfreuen. Nicht ein einziges Mal. Nicht zweimal. Mehrmals.

„Wir haben festgestellt, dass es vielleicht nicht so selten vorkommt“, sagt García.

Das verändert die Dinge.

Früher gingen wir davon aus, dass, wenn ein Spinnenverwandter einen Frosch fand, dieser bereits abgestorben war. Aufräumen. Ein glückliches Essen. Aber die gesammelten Sichtungen zeigen lebende Beute. Hat oft noch zu kämpfen, wenn der Weberknecht anfängt zu beißen. Dies lässt auf die Jagd schließen. Aktives, absichtliches Raubtier.

Es deutet darauf hin, dass sie eher auf der Jagd als auf dem Aasfresser sind.

Wie also?

Das ist das Seltsame daran. Wie jagt man etwas, das springt? Frösche sind stark. Sportlich. Explosionen. Papas Langbeine sehen aus, als würden sie sich unter einer sanften Brise zusammenfalten. Sie haben kein Gift. Kein Spinnengift. Kein Skorpionstich. Ihre Mundwerkzeuge sind im Grunde winzige Zangen, die zum Zerkleinern von Schimmel oder zum Kauen auf Käferflügeln dienen.

Jose Valdez vom Deutschen Zentrum für Integrative Biologie war nicht im Team. Er nennt es rätselhaft. „Wie fangen unsportliche Spinnentiere springende Beute?“ er wundert sich.

Vielleicht ist die Größe wichtig. Tropische Weberknechte sind größer. Sperriger. Panzerähnlich im Vergleich zu den zweigdünnen Verwandten, die wir in gemäßigten Wäldern sehen. Sie haben gepanzerte Granaten. Stachelbeine. Vielleicht nutzen sie diese Masse, um den Frosch zurückzuhalten. Zerschmettere es. Halten Sie es still. Dann beißen.

Aber wir wissen es nicht wirklich. Nicht vollständig. Sie sind unterbesetzt. Meistens unsichtbar. Weil wir davon ausgehen, dass sie langweilig sind.

„Es gibt so viel, was wir nicht wissen“, gibt Valdez zu. Obwohl wir überall sind. Dein Garten. Ihre Wälder. Überall.

Die Voreingenommenheit sitzt tief. Wir studieren, was wir verstehen. Normalerweise Dinge, die dort leben, wo wir leben. Gemäßigte Zonen. Kalte Winter. Einfache Nahrungsketten.

Doch in den Tropen gelten die Regeln nicht. Nahrungsnetze gibt es keine geraden Linien. Wirbelloses Tier frisst Pflanzen. Insekt frisst Wirbellose. Wirbeltier frisst Insekten. Nein. Der Tisch dreht sich. Die kleinen Dinge fressen die großen Dinge. Die schwach aussehenden Dinge töten die stark springenden Dinge.

Wir schauten sie uns an und sahen Müll. Die Natur schaute genauer hin. Es sah Zähne. Oder etwas nahe genug.

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