Der Schatz von Bickmarsh: In England entdeckte seltene angelsächsische Münzen

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Eine Gruppe von Metalldetektor-Enthusiasten hat in Worcestershire, England, einen bedeutenden archäologischen Durchbruch ausgelöst. Was als Hobbyfund begann, hat sich zur Entdeckung des Bickmarsh Hoard entwickelt, einer Sammlung von 63 seltenen frühmittelalterlichen Münzen, die einen seltenen Einblick in eine Zeit intensiver Konflikte und Umbrüche bietet.

Eine von Hobbyisten vorangetriebene Entdeckung

Der Fund wurde von Mitgliedern von Go Detecting (Midlands) Ltd gemacht, die umgehend die Behörden alarmierten, als sie den Schatz fanden. Dies löste eine koordinierte Reaktion von Worcestershire Archaeology aus, die von ersten Untersuchungen zu geophysikalischen Untersuchungen und schließlich zu einer gezielten Ausgrabung überging.

Die Ausgrabung erwies sich als noch fruchtbarer als zunächst erwartet. Als Archäologen tiefer gruben, entdeckten sie zwei weitere Münzkonzentrationen, die den Umfang der Stätte erheblich erweiterten. Während das Team auch verschiedene Artefakte aus der Römerzeit entdeckte, scheinen diese nichts mit dem primären angelsächsischen Fund zu tun zu haben.

Warum der Schatz von Bickmarsh historisch bedeutsam ist

Die Entdeckung ist für diese Region alles andere als Routine. Um seine Bedeutung zu verstehen, muss man sich die Seltenheit solcher Funde im lokalen Kontext ansehen:

  • Extreme Seltenheit: Funde von Münzen aus dem 5. bis frühen 11. Jahrhundert sind in Worcestershire außergewöhnlich selten.
  • Ein statistischer Ausreißer: Vor diesem Fund wurden im Landkreis weniger als 100 solcher Münzen dokumentiert. Der einzige andere bedeutende Fund war der Severn-Stoke-Hort, der nur 18 Münzen aus dem 8. Jahrhundert enthielt.
  • Eine Momentaufnahme der Krise: Die meisten Münzen wurden unter der Herrschaft von König Burgred von Mercia (reg. 852–874) ausgegeben. Basierend auf den Prägedaten gehen Experten davon aus, dass der Schatz zwischen 871 und 874 n. Chr. vergraben wurde.

Dieser spezifische Zeitrahmen ist entscheidend. Es fällt mit dem Höhepunkt der Wikingereinfälle in England zusammen. Die Bestattung einer so großen Menge an Reichtümern deutet auf einen verzweifelten Versuch der Einheimischen hin, ihr Vermögen vor den vorrückenden Wikingerarmeen zu verbergen.

Hinweise im Boden

Während Archäologen keine bestimmte Truhe oder Struktur fanden, die direkt mit den Münzen in Verbindung stand, entdeckten sie in der Nähe der Fundstelle 35 Bleiblechfragmente.

In der englischen Archäologie findet man häufig Münzschätze, die in Blei eingewickelt sind, um sie vor Feuchtigkeit und Bodensäure zu schützen. Obwohl derzeit nicht bestätigt ist, ob diese Fragmente zum Schatz von Bickmarsh gehörten, stellen sie einen starken Indizienzusammenhang mit der ursprünglichen Lagerung der Münzen her.

Die Münzen selbst wurden relativ nahe an der Oberfläche gefunden. Hinweise auf mittelalterliches und modernes Pflügen deuten darauf hin, dass jahrhundertelange landwirtschaftliche Tätigkeit den Oberboden aufgewühlt hat, wodurch die Münzen wahrscheinlich von ihrem ursprünglichen, tiefer gelegenen Begräbnisplatz verschoben wurden.

Fazit

Der Schatz von Bickmarsh ist eine greifbare Erinnerung an die Instabilität der angelsächsischen Ära und markiert einen Moment, in dem der Reichtum des Königreichs Mercia verborgen blieb, um die Wikingerzeit zu überleben. Durch die Zusammenarbeit von Amateurdetektoren und professionellen Archäologen wurde diese „verlorene“ Geschichte wieder ans Licht gebracht.

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