Blood Falls Antarktis: Uraltes Meeresleben in einem isolierten subglazialen See

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Es sieht aus wie eine Wunde im Eis. Eine dicke, rostrote Wolke ergießt sich über den Taylor-Gletscher und färbt den Schnee und das Meerwasser tiefrot. Der Name ist wörtlich: Blood Falls.

Aber erwarten Sie keinen Geysir aus vulkanischem Blut. Hierbei handelt es sich um eisenhaltige Sole, die aus einem zugefrorenen unterirdischen See austritt und beim Auftreffen in die Luft oxidiert. Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese hypersaline, giftige Umgebung tot sei. Steril. Abiotisch.

Andrew Allen, Meeresbiologe am Scripps Institution of Oceanography, besuchte die Stätte. Er bemerkte die Stille. „Die ganze Landschaft ist einfach nur ein Stück unberührt“, sagt er. Keine Wirbeltiere. Keine Pflanzen. Gerechtigkeit. Es fühlt sich tot an, bis man genauer hinschaut.

Dann findest du das Leben.

Eukaryoten finden, wo keine existieren sollten

In einer neuen Studie, die in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, berichten Allen und sein Team über eine überraschende Entdeckung: eukaryotische Arten in Blood Falls.

Eukaryoten haben komplexe Zellen mit Organellen. Sie sind nicht nur Bakterien. Sie sind die Bausteine ​​von Pflanzen, Tieren und Pilzen. Sie in einer so rauen, isolierten Umgebung zu finden, verändert die Erzählung.

Die Mikroben wurden nicht im subglazialen See selbst gefunden – der Quelle der roten Farbe. Stattdessen befanden sie sich in der fließenden Sole.

Dies wirft eine gewaltige geologische Frage auf. Diese Organismen sind mit Meeresarten verwandt. Sie sind Verwandte des Meereslebens. Aber der nächste offene Ozean ist über 20 Meilen entfernt und wird von kilometerlangen Gletschereis blockiert. Wie sind sie dorthin gekommen?

Die zwei Millionen Jahre andauernde Isolation

Die führende Theorie ist nicht Wind. Es ist Zeit.

Vor etwa zwei Millionen Jahren, während des Pleistozäns, war Meerwasser beim Vordringen des Gletschers unter der Eisdecke eingeschlossen. Die Wasserstände sanken. Der Ozean zog sich zurück. Der See wurde abgeriegelt.

„Wir glauben, dass dieser periodische Abfluss von Sole einen Lebensraum schafft, in dem Meeresmikroben überleben könnten“, erklärt Allen.

Aber die Entstehungsgeschichte ist spezifischer. Eine Windausbreitung ist unwahrscheinlich. Die Mikroben sind zu komplex. Sie wurden wahrscheinlich zurückgelassen. Sie waren im alten Meerwasser gefangen, das unter dem Eis versunken war.

Denken Sie darüber nach. Diese Mikroben haben in völliger Isolation überlebt, seit Homo erectus zum ersten Mal aus dem Schatten der Evolution hervortrat.

Es sind Relikte einer versunkenen Welt, die in einem gefrorenen Grab aufbewahrt werden und nun langsam an die Oberfläche dringen.

Diese Abstammungslinien sind offensichtlich von viel Eisen umgeben.

Eisenparadoxon

Es gibt ein Detail, das Allen immer noch nervt.

Die spezifischen eukaryotischen Abstammungslinien, die man in Blood Falls findet, gedeihen normalerweise in Gewässern, die arm an Eisen sind. Sie bevorzugen nährstoffarme, oligotrophe Umgebungen.

Blood Falls ist das Gegenteil. Es ist mit Eisen gesättigt. Die Sole ist damit unglaublich dicht. Die rote Farbe besteht im Wesentlichen aus Eisenoxid – dem gleichen Stoff wie Rost an einem alten Auto.

Warum gedeihen diese eisenempfindlichen Organismen hier?

„Wir wären daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, was [sie] mit Eisen machen“, sagt Allen.

Sie überleben nicht nur. Sie passen sich an. Oder vielleicht warten sie.

Warum das wichtig ist

Beim Studium von Blood Falls geht es nicht nur darum, seltsame Mikroben zu kategorisieren. Es ist ein Fenster zu Extremophilen. Es zeigt, wie das Leben bestehen bleiben kann, wenn sich die Oberflächenwelt verändert.

Wenn sich das Klima ändert. Wenn sich Gletscher bewegen. Wenn die Ozeane zurückgehen.

Das Leben verschwindet nicht einfach. Es versteckt sich. Es vergräbt sich. Es wartet in den dunklen, mit Salz gefüllten Räumen und hält an der Vergangenheit fest.

Wir wissen, dass diese Organismen mit dem Leben im Meer zusammenhängen. Wir wissen, dass sie uralt sind. Wir wissen noch nicht genau, wie sie das Eisen verarbeiten, das sie töten soll. Aber wir wissen, dass sie da sind.

Das Eis bricht. Das rote Wasser fließt. Und Millionen Jahre der Isolation atmen endlich die Luft ein.

Was wartet da unten im Dunkeln sonst noch?

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