Erholung des Waldstorchs: Nach vier Jahrzehnten von der Liste der gefährdeten Arten entfernt

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Nach mehr als 40 Jahren Schutzbemühungen streicht der U.S. Fish and Wildlife Service (FWS) den Waldstorch (Mycteria americana ) von der Bundesliste der gefährdeten und bedrohten Wildtiere. Diese Entscheidung spiegelt einen erheblichen Aufschwung der Artenpopulation wider, allerdings nicht ohne Widerspruch einiger Naturschutzgruppen.

Vom Beinahe-Aussterben zur Erholung

Der Waldstorch, ein großer Watvogel aus dem Südosten der USA, wurde 1984 erstmals als gefährdet eingestuft. Damals war die Brutpopulation um über 75 % zurückgegangen, von etwa 20.000 Brutpaaren auf nur noch 5.000. Der Hauptgrund für diesen Rückgang war der rasche Verlust von Feuchtgebieten, die für die fischbasierte Ernährung und Brutstätte des Storches unerlässlich sind.

Heute schätzt die FWS, dass die Brutpopulation des Waldstorchs aus 10.000 bis 14.000 Brutpaaren an etwa 100 Koloniestandorten besteht. Die Art gedeiht heute in den Küstengebieten von Mississippi, Alabama, Florida, Georgia, South Carolina und North Carolina. Diese Erholung ist ein direktes Ergebnis gezielter Schutzbemühungen und der überraschenden Anpassungsfähigkeit des Vogels.

Anpassung an eine sich verändernde Landschaft

Waldstörche haben ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt, indem sie sich in atypische Lebensräume ausgebreitet haben, darunter Salzwiesen an der Küste, überflutete Reisfelder, Auenwälder und sogar vom Menschen geschaffene Umgebungen wie Golfplätze und Rückhaltebecken. Dale Gawlik, Naturschutzbiologe an der Texas A&M University, erklärt:

„Die Vögel haben die Flexibilität, neue Lebensräume zu erkunden und neue Nahrung zu sich zu nehmen, was in einer Zeit, in der sich die Umwelt schnell verändert, sehr wichtig sein könnte.“

Diese Anpassungsfähigkeit ist von entscheidender Bedeutung, beseitigt jedoch nicht die zugrunde liegenden Bedrohungen.

Verbleibende Bedenken und zukünftige Herausforderungen

Trotz der Zuversicht der FWS bleiben einige Umweltgruppen skeptisch. Organisationen wie Audubon Florida und das Center for Biological Diversity argumentieren, dass sich die Waldstorchpopulation noch nicht vollständig erholt hat und dass eine vorzeitige Streichung der Art erneuten Bedrohungen ausgesetzt sein könnte, insbesondere durch den Verlust von Lebensräumen auf Privatgrundstücken.

Das Southern Environmental Law Center (SELC) äußerte starke Bedenken und erklärte:

„Dies ist ein kurzsichtiger und verfrühter Schritt. Waldstörche brauchen Feuchtgebiete zum Überleben, und dieser Lebensraum steht unter enormem Druck.“

Das SELC und andere weisen darauf hin, dass der anhaltende Verlust von Feuchtgebieten, verstärkt durch die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Rückschritte beim bundesstaatlichen Lebensraumschutz, erhebliche Risiken für das langfristige Überleben des Storches darstellt.

Die FWS hat sich zu einem 10-Jahres-Überwachungsplan nach dem Delisting verpflichtet, um die weitere Erholung der Art zu verfolgen. Die offizielle Streichung aus der Liste wird am 9. März 2026 wirksam. Die Debatte unterstreicht jedoch eine kritische Frage: Können Arten selbst bei erfolgreicher Erhaltung wirklich als sicher angesehen werden, wenn die zugrunde liegenden Umweltbelastungen anhalten?

Die Geschichte des Waldstorchs dient sowohl als Erfolgsgeschichte für die Erholung gefährdeter Arten als auch als Warnung vor den anhaltenden Herausforderungen beim Schutz der Tierwelt in einer sich schnell verändernden Welt.

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