Warum ein Beben der Stärke 6,8 Kumamoto erschütterte: Verwerfungslinien, geringe Tiefen und tektonisches Kreuzfeuer

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Ein Beben der Stärke 6,8 erschütterte am Dienstag Kyushu. Das Epizentrum lag südlich von Kumamoto. Es war nicht nur ein Schütteln. Es war ein Zerstörungsereignis. Brände entzündet. Straßen waren verbeult. Gebäude stürzten ein, darunter ein Einkaufszentrum, in dem Retter derzeit in den Trümmern nach eingeschlossenen Menschen suchen.

Was hat diese konkrete Verwüstung verursacht? Es war nicht der typische Megaschub. Es handelte sich um ein Streikbeben. Die Kruste brach. Die Seiten glitten mit gewaltsamer Absicht aneinander vorbei.

Aber warum hier? Warum so viel Schaden für eine 6,8?

Kyushu: Ein tektonischer Albtraum

Kyushu ist nicht nur eine beliebige Insel. Es handelt sich um einen geologischen Schnittpunkt. Der unabhängige Wissenschaftler Amilcar Carrera-Cevallops beschreibt ihn als „einen der seismisch komplexesten Orte in Japan“.

Betrachten Sie es als eine tektonische Kreuzung. Die wirkenden Kräfte sind widersprüchlich und ziehen das Land in entgegengesetzte Richtungen.

Auf der einen Seite taucht die Philippinische Meeresplatte unter die Eurasische Platte. Es subduziert. Die Bewegung beträgt etwa 40 bis 50 mm pro Jahr. Das sind ungefähr fünf Zentimeter Schleifdruck pro Jahr.

Auf der anderen Seite? Verlängerung.

Ein Back-Arc-Becken reißt das Land auseinander. Durch diese Dehnung entsteht der Beppu-Shimabata-Graben. Es ist eine Rift-Zone. Voller aktiver Fehler. Auf dieser Instabilität sitzen Vulkane wie Aso und Unzen.

Sie haben Subduktionsangriffe von einer Flanke. Rifting zieht vom anderen ab. Dann beseitigt man das ganze Durcheinander mit einer großen Blattverschiebungsstörung: der Median Tectonic Line.

Die 6,8 ereignete sich entlang eines lokalen Bruchs innerhalb der Eurasischen Platte. Nicht der Hauptgraben. Nur ein lokaler Haarriss in der Kruste.

Die Gefahr der Oberflächlichkeit

Tiefe zählt mehr als Größe.

Dieses Beben ereignete sich nur etwa 10 Kilometer unter der Oberfläche. Sechs Meilen. Das ist oberflächlich.

„Diese Oberflächlichkeit ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Erschütterungen in Japan den höchsten Stand erreichten.“

Die USGS-Skala reicht bis Shindo 7. Dieses Beben erreichte die Stärke 7. Direkt unter einem Bevölkerungszentrum.

Der Geophysiker Allen Husker weist darauf hin, dass die Platzierung von entscheidender Bedeutung war. Wäre diese Energie näher am Subduktionsgraben freigesetzt worden – tiefer, weiter von Städten entfernt – wären die Auswirkungen deutlich geringer ausgefallen. Hier? Es traf ein. Buchstäblich.

Die geringe Tiefe erklärt die eingestürzten Gebäude. Die eingestürzten Brücken. Die Intensität ließ nicht nach, bevor sie die Oberfläche erreichte.

Im Vergleich zu 2016: Die Kumamoto-Vorbeben

Dies ist nicht das erste Mal, dass Kumamoto gelitten hat.

Im Jahr 2016 wurde die Region von einer Flut tödlicher Erdbeben heimgesucht. Auch Strike-Slip. Auch einige der gleichen Städte wurden getroffen. Aber die Reihenfolge war anders.

Die Katastrophe 2016 begann mit einer 6,2. Dann, etwa 36 Stunden später, ein 7,0-Treffer an einer anderen Verwerfung. Niemand hat das zweite Monster kommen sehen.

Der heutige Wert von 6,8 folgte keinem Vorbeben dieser Art. Es war ein einzigartiges Ereignis großen Ausmaßes. Aber Carrera-Cevallos weist auf die Ähnlichkeit in der Fehlermechanik hin.

„Der große Unterschied ist, was als nächstes passiert.“

Wir wissen nicht, was als nächstes passiert. Der Ablauf von Erdbeben ist bekanntermaßen unvorhersehbar. Ein Tag der Ruhe bedeutet keine Sicherheit.

Warum lokale Fehler der schlimmste Albtraum der Technik sind

Dieses Ereignis deckt einen Fehler in unserer Bauweise auf.

Wir entwerfen für Subduktionsbeben. Groß, tief, fern. Wir berücksichtigen die langen Wellen.

Lokale Fehler kümmern sich nicht um unsere Modelle.

Carrera-Cevalops weist auf ein kritisches Problem im Bauingenieurwesen hin. Lokale Fehler sind zahlreich. Im Vergleich zu den wichtigsten Subduktionsschnittstellen sind sie schlecht kartiert. Dennoch erzeugen sie starke Spitzenbeschleunigungen am Boden.

Nah an der Quelle.

Dabei handelt es sich um hochfrequente Shakes. Die Art, die mit den Zähnen klappert und unverstärkte Strukturen zertrümmert. Die älteren Gebäude in Kumamoto fielen dieser besonderen Häufigkeit zum Opfer.

Es ist ein schwer zu lösendes Problem. Wie kartiert man jeden kleinen Riss in der Erde? Das kannst du nicht. Man muss vom Schlimmsten ausgehen.

„Dies ist eine seismisch ausgereifte Region, aber Ereignisse wie diese erinnern uns an Details, die wir immer noch nicht vollständig verstehen.“

Auch bei fortgeschrittener Überwachung können uns tektonische Verhältnisse überraschen. Die mittlere tektonische Linie ist bekannt. Der Graben ist kartiert. Aber die Interaktionen? Der genaue Moment, in dem sich in 10 Kilometern Tiefe ein Bruch löst?

Das bleibt unvorhersehbar.

In Teilen von Kumamoto brennen die Brände immer noch. Die Rettungsbemühungen gehen weiter. Der Boden dort ist müde. Aber die Platten bewegen sich immer noch. Schieben. Ziehen. Gleiten.

Warten auf die nächste Veröffentlichung.

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