Der Ahnenknöchel

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Ein Handgelenk-Rätsel

Wir wollen wissen, wie unsere entfernten Verwandten wandelten.

Ging der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Affe wie ein Schimpanse? Oder lag die Hand flach auf dem Boden? Die Debatte tobt, vor allem weil uns ein direkter Fossilienbestand dieser spezifischen Spaltung fehlt, die schätzungsweise vor acht bis sechs Millionen Jahren stattgefunden hat.

Als sich der Stammbaum gabelte, wurde ein Zweig zu uns (Homininen wie Neandertalern und modernen Menschen). Die anderen wurden zu den afrikanischen Affen. Aus genau diesem Moment existieren keine Körper im Boden. Noch.

Also schauen sich Wissenschaftler an, was übrig bleibt. Sie vergleichen lebende Primaten – Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen – mit über 50 Fossilien ausgestorbener menschlicher Cousins.

Knochen lügen nicht

Die Ergebnisse erschienen in Proceedings of the Royal Society B.

Die Forscher Laura Hunter und Kollegen haben diese Knochen gescannt. Sie fanden gemeinsame Handgelenksmerkmale sowohl bei Menschen als auch bei afrikanischen Affen. Zu diesen Merkmalen gehört eine spezifische Reorganisation der daumenseitigen Knochen.

„Basierend auf vorhandener biomechanischer Forschung“, sagt Hunter, ein ehemaliger Doktorand. Student an der UChicago: „Diese könnten für das Gehen im Knöchel von Vorteil sein.“

Tracy Kivell vom Max-Planck-Institut bezeichnet die Analyse als ausgezeichnet. Frühere Arbeiten befassten sich mit isolierten Knochen; Dies betrachtete die gesamte Handgelenkarchitektur.

Warum das Tool behalten?

Hier ist die Wendung.

Wenn unsere Vorfahren vor Millionen von Jahren aufgehört haben, auf den Knöcheln zu gehen, um aufrecht zu gehen, warum behalten menschliche Handgelenke diese Merkmale?

Hunter schlägt eine Exaptation vor.

Die Eigenschaft blieb nicht bestehen, weil wir mit unseren Fäusten in den Dreck schlagen mussten. Es blieb dabei, weil dieselbe Handgelenkstruktur für die Handhabung von Gegenständen praktisch war. Bauwerkzeuge.

Ein biologischer Unfall erwies sich als nützlich.

Das Unbekannte bleibt

Wir haben nicht das letzte Wort.

Kivell weist auf eine Einschränkung hin. Die Studie betrachtet nur Handgelenke. Was ist mit den Beinen? Die Wirbelsäule? Vielleicht geht es bei diesen Ähnlichkeiten überhaupt nicht ums Gehen, sondern ums Klettern. Oder vielleicht sind sie nur Echos der gemeinsamen Biologie, ohne verhaltensbezogene Bedeutung.

Hunter ist vorsichtig mit ihrem Titel. Es stellt eine Frage, anstatt die Wahrheit zu verkünden.

„Folgte die moderne Morphologie des menschlichen Handwurzelknochens evolutionär den Merkmalen des Knöchelgehens?“

Wir werden es vielleicht nie erfahren. Fossilien bewahren Knochen, nicht Verhalten.

Wenn wir nur eine Zeitmaschine hätten.

Vielleicht sehen wir sie endlich umziehen. Bis dahin bleiben die Handgelenksknochen hartnäckig unklar.

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