Bonobo demonstriert Verständnis für Rollenspiele und stellt menschenzentrierte Ansichten der Kognition in Frage

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Eine neue in Science veröffentlichte Studie liefert überzeugende Beweise dafür, dass Kanzi, ein verstorbener Bonobo, der für seine fortgeschrittenen Kommunikationsfähigkeiten bekannt ist, das Konzept des Vorwands verstand – die Fähigkeit, imaginäre Szenarien zu verstehen und daran teilzunehmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit zu abstraktem Denken und Vorstellungskraft möglicherweise nicht nur Menschen vorbehalten ist, was Fragen über die Wahrnehmung von Tieren und die Natur des Bewusstseins aufwirft.

Kanzis Durchbruch: So tun, als ob Sie Saft und Trauben ausprobieren würden

Die von Amalia Bastos geleitete Forschung basierte auf klassischen entwicklungspsychologischen Experimenten mit menschlichen Kindern. Die Forscher präsentierten Kanzi transparente Tassen, einen leeren Krug und Fruchtsaft. Dann *taten sie so, als würden sie Saft in die Becher gießen, indem sie einen davon „ausschütteten“, bevor sie den Bonobo fragten, wo der Saft sei.

Kanzi zeigte immer wieder auf den Becher, der offenbar noch Saft enthielt, und zeigte damit, dass er verstanden hatte, dass die Aktion nicht real war. Das Experiment wurde mit vorgetäuschten „Trauben“ wiederholt und lieferte ähnliche Ergebnisse. Als Kanzi die Wahl zwischen echtem und gefälschtem Saft hatte, bevorzugte er erwartungsgemäß das echte Getränk – obwohl dies sein Verständnis für das vorgetäuschte Szenario nicht negiert.

Warum das wichtig ist: Jenseits des menschlichen Exzeptionalismus

Seit Jahrzehnten konzentriert sich die Kognitionswissenschaft weitgehend auf den menschlichen Intellekt als Maßstab. Diese Studie stellt diese Annahme in Frage. Kanzis Fähigkeit, sich mit Vortäuschungen auseinanderzusetzen, legt nahe, dass die mentalen Prozesse, die die Vorstellungskraft unterstützen, im Tierreich möglicherweise weiter verbreitet sind als bisher angenommen.

Dies hat umfassendere Auswirkungen : Wenn Bonobos Vortäuschung verstehen können, wirft dies Fragen zu den kognitiven Fähigkeiten anderer Arten auf, insbesondere derjenigen mit komplexen sozialen Strukturen. Warum hat sich diese Fähigkeit bei Bonobos entwickelt? Hängt sie mit ihren sozialen Interaktionen, Problemlösungen oder etwas ganz anderem zusammen?

Skepsis und Zukunftsforschung

Nicht alle Wissenschaftler sind überzeugt. Daniel Povinelli, ein Biologieprofessor, argumentiert, dass Kanzi möglicherweise einfach menschlichen Hinweisen gefolgt ist, ohne unbedingt das zugrunde liegende Konzept der Täuschung zu verstehen. Er vermutet, dass der Bonobo möglicherweise eher auf die Aktionen der Experimentatoren als auf das imaginäre Szenario selbst reagierte.

Trotz dieser Skepsis stützen die Ergebnisse anekdotische Hinweise auf ähnliches Verhalten bei anderen Affen. Es wurde beobachtet, dass Schimpansenweibchen Stöcke trugen, als wären sie Kleinkinder, und in Gefangenschaft gehaltene Schimpansen ahmten das Spielen mit unsichtbaren Gegenständen nach. Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Tierkognition, insbesondere jetzt, da Kanzi – der Gegenstand dieser Studie – nicht mehr am Leben ist und nicht mehr teilnehmen kann.

Die Autoren der Studie hoffen, dass diese Ergebnisse zu größeren Schutzbemühungen für Bonobos, einer gefährdeten Art, anregen und eine umfassendere Forschung zur Tierphantasie anregen werden. Die Fähigkeit, zwischen Realität und Vortäuschung zu unterscheiden, ist möglicherweise nur ein Teil eines größeren Puzzles rund um die Intelligenz von Tieren.

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